»Mit zwei kleinen Kindern kann man nicht einfach so durch die Welt fliegen. Das ist viel zu teuer. Wir verreisen in Europa, und das am liebsten mit dem Auto. Hin und wieder fahren wir in ein altes Häuschen in der Bretagne, oft nach Dänemark. In eine Ferienanlage bei Lønstrup. Dieses Jahr waren wir allerdings in Tunesien, ein typischer Cluburlaub. Ob ich den abgesagt hätte, wenn er nach dem 11. September gewesen wäre? Ich weiß es nicht, aber ich glaube, die Kinder hätten Angst gehabt, zu fliegen.

Ich bin noch nie in New York gewesen, aber mittlerweile würde ich die Stadt gerne mal besuchen. Ich fände es spannend, zu sehen, wie es da jetzt so ist, wie die Menschen mit dem Erlebten umgehen. Ich meine aber nicht diesen typischen Katastrophentourismus: hinfahren, den Trümmerhaufen angucken und wegfahren. Das ist furchtbar.«

Adam Smolinski (41, Mediendesigner bei Part M)

»Ich habe in den vergangenen zwei Jahren nicht viel Urlaub gemacht, weil ich freiberuflich arbeite und wenig Zeit hatte. Im Sommer war ich in Polen. Ich stamme aus der Nähe von Danzig und liebe die Ostsee. Ich mag die klare Luft und das platte Land. Genauso gerne fahre ich an die Nordsee. Jetzt über Silvester wieder. Mit der ganzen Familie. Wir haben ein Haus direkt am Strand gemietet, und ich habe mir vorgenommen, morgens zu joggen.

Harald Lüders (37, Mitinhaber)

»Anfang Oktober war ich zwei Wochen in Syrien und Jordanien. Das war immer ein Traum von mir. Direkt nach den Anschlägen habe ich kurz überlegt, ob ich die Reise absage, aber als es dann erst mal ruhig blieb, bin ich gefahren. Freunde haben mich verabschiedet, als wäre es mein Gang zum elektrischen Stuhl; alle haben mich für verrückt erklärt, aber ich hatte schließlich gebucht und mich lange darauf gefreut. Tatsächlich waren wir statt 28 nur noch 15 in der Gruppe. Den Kriegsausbruch habe ich in einem Hotel in Amman verfolgt - im Fernsehen. Mein erster Gedanke war: O Gott. Aber die Reise verlief ohne Zwischenfälle. Skurril war nur, dass selbst in den größten Touristenattraktionen wie der vorrömischen Ruinenstadt Palmyra oder der Omajjadenmoschee in Damaskus gähnende Leere herrschte.

Reisen bedeutet mir sehr viel. Und wenn ich irgendwo hinfahre, will ich etwas sehen, rumlaufen, Eindrücke aufsaugen. Einmal im Jahr weit weg, das muss sein - und diesen Reiz lasse ich mir nicht nehmen.«