Hermann Hesse wurde 1877 in Calw geboren. Im Sommer feiert die Kleinstadt im Nordschwarzwald den Verfasser von Dauerbestsellern wie Steppenwolf und Glasperlenspiel mit einem neunwöchigen Festival. Insgesamt 200 Veranstaltungen sind geplant. In der Reihe Stimmen zu Hermann Hesse nehmen zum Beispiel Klaus Modick oder Friedrich Schorlemmer Stellung zum Werk des Literaturnobelpreisträgers. Außerdem finden zahlreiche Lesungen und Filmnächte statt. Verschiedene Thementage geben Aufschluss über Hesses Einfluss auf andere Kulturen: Unter dem Motto Hippies - Hesses Wirkung auf die Jugend Amerikas soll etwa geklärt werden, warum die Blumenkinder den Kultautor in den sechziger Jahren zu ihrem Guru machten. Da der Schriftsteller vor allem von 20- bis 30-Jährigen gelesen wird, will man auch jüngere Fans ansprechen; am ersten Augustwochenende gibt es daher ein Rockkonzert mit der amerikanischen Kultband Steppenwolf.

Auch in Berlin wird der weltweit meistgelesene deutschsprachige Autor des vergangenen Jahrhunderts gewürdigt. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eröffnet am 16. Mai die Ausstellung WeltFlechtWerk oder: Die Einheit hinter den Gegensätzen, die sich mit der Rezeption und gesellschaftlichen Wirkung von Hesses Werk auseinander setzt. Weitere Informationen: Hermann-Hesse-Festivalbüro, Marktbrücke 1, 75365 Calw, Tel. 07051/96 88 77 oder unter www.hesse2002.de.

Barcelona macht Schluss mit dem Vorurteil, dass Antonio Gaudí bis zu seinem Tod in erster Linie mit der Erbauung der Kirche Sagrada Familia beschäftigt gewesen sei. Anlässlich des 150. Geburtstags des Architekten haben die Katalanen 20 verschiedene Ausstellungen zum Gesamtwerk Gaudís vorbereitet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den innovativen Bauverfahren, mit denen Gaudí die Architektur revolutionierte: Der Einfluss von Gaudí Juni bis September im Kunstzentrum Santa Mónica, Barcelona. Gezeigt werden außerdem Gaudís Umgang mit neuen Baumaterialien sowie sein Verständnis von Design, Geometrie und Raum.

Zwei Ausstellungen widmen sich ausschließlich Gaudís Einfluss auf die moderne Kunst: Die Serie "Gaudí" von Joan Miró wird von März bis September in der Fundación Joan Miró in Barcelona gezeigt; Dalí und Gaudí. Gaudí und Dalí ist im Museum Castell Gala Dalí de Púbol in La Pera zu sehen. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr wurden zahlreiche Bauten in und um Barcelona restauriert, darunter auch die Industriehalle der Kooperative La Obrera Mataronense. Erstmals werden die architektonischen Kunstwerke nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit dem Gaudí-Bus können Besucher von einem Gebäude zum nächsten fahren oder zu Fuß der ausgeschilderten Route folgen. Das gesamte Veranstaltungsprogramm ist erhältlich beim spanischen Fremdenverkehrsamt, Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt/Main, Tel. 069/72 50 33 oder im Internet unter www.gaudi2002.bcn.es.

Victor Hugo ist außerhalb von Frankreich hauptsächlich durch den Glöckner von Notre-Dame und Les Misérables berühmt geworden, weniger bekannt ist, dass Hugo mehrere Staatsämter bekleidete und eine umfangreiche Sammlung von Tuschezeichnungen hinterließ. Zum 200. Geburtstag werden in der Maison de Victor Hugo in Paris drei Ausstellungen eröffnet. Voir des étoiles, Les grandes heures du théâtre de Victor Hugo und Victor Hugo, L'homme océan setzen sich mit den Dramen Hugos auseinander, L'art moderne à la rencontre de Victor Hugo untersucht den Einfluss des Schriftstellers auf die moderne Kunst. Aus der Vielzahl von Theateraufführungen, die dem großen Meister gewidmet sind, sei besonders Ruy Blas hervorgehoben. Hugos größter Bühnenerfolg wird bis April in der Comédie Française aufgeführt. Im Pariser Théâtre du Nord-Ouest werden ab dem 3. Juni sämtliche Bühnenspiele von Hugo gezeigt. Weitere Informationen: Maison de la France, Westendstraße 47, 60325 Frankfurt/Main, Tel. 0190/59 90 61 oder unter www.franceguide.com