Politiker Nummer Zwei hingegen: "'Mal ehrlich, Leute! Wir könnten die Arbeitslosigkeit leicht drücken, man müsste nur die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes begrenzen und die Arbeitslosenhilfe abschaffen. Sicher würden sich dann zehn bis zwanzig Prozent der Leute noch mal überlegen, wegen eines Jobs umzuziehen oder auch eine Arbeit anzunehmen, die schlecht bezahlt und verschleißend ist. Die Verarmung der restlichen Joblosen müsste man dann eben in Kauf nehmen.'"

Das "Handelsblatt" präferiert Politiker Nummer Zwei und wünscht sich noch ein bisschen mehr: "Lockerung des Kündigungsschutzes, eine gesetzliche Öffnung der Tarifverträge, eine Beseitigung der neuen Fesseln, die Rot-Grün etwa mit dem Rechtsanspruch auf Teilzeit und der Neuordnung der Geringverdienerjobs dem Arbeitsmarkt angelegt hat", so lautet die Liste, die Peter Thelen aufstellt. Doch von all dem ist, gerade im bevorstehenden Wahlkampf, wenig zu erwarten. Stattdessen wird weiter über Kombilöhne diskutiert werden - ein Konzept, da sind sich Dribbusch und Thelen einig, das höchstens den Charakter von Kosmetik und Ausrede hat.

Theater des Absurden

Der intelligenteste Komiker der Nation ist längst ein Held des Absurden. Harald Schmidts nächtlichen Fernsehshows haben mittlerweile einen Abwegigkeitsquotienten, der dem von Alexander Kluges verstiegenen TV-Feuilletons kaum nachsteht. Jetzt vollzieht Schmidt in Bochum den letzten konsequenten Schritt und betritt als Knecht Lucky in Samuel Becketts legendärem Theaterstück "Warten auf Godot" die Bühne. Das Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung" begleitet ihn heute dabei: "Jetzt besteht Hype-Gefahr."

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