Václav Havel, tschechischer Staatspräsident und Schriftsteller, spricht über das von ihm und Eli Wiesel in Hiroshima ins Leben gerufene Forum 2000. Seit 1997 treffen sich aus Sorge um das Schicksal dieser Welt alljährlich Politologen, Philosophen, Soziologen, Künstler, Wissenschaftler, Politiker und religiöse Vertreter in Prag. Havel ist davon überzeugt, "dass eine wirkliche und grundsätzliche Veränderung zum Besseren sich einzig von Veränderungen in der Sphäre des Geistes ableiten kann". Für ihn ist der Grund aller Probleme der "Mangel an Verantwortung der Welt für die Welt".

Václav Havel: "Ich bin der Ansicht, dass die Zeit reif ist, mit der Schaffung einer Art ‚großer geistiger Koalition' zu beginnen, die sich im Namen der Achtung für das Leben und die Würde des Menschen, der Brüderlichkeit und Gleichheit der Völker, gerechter Verhältnisse auf der Welt und der Rücksicht auf die Interessen zukünftiger Generationen gegen die Kräfte der Zerstörung stellt."

"Niemand von uns hat gehofft, dass das Forum 2000 den Lauf der Welt beeinflusst", sagt Havel weiter: "Trotzdem bin ich der Ansicht, dass wir verpflichtet sind, vorauszudenken, immer wieder alle Bedrohungen der heutigen Zivilisation zu benennen und Wege zu suchen, um sie abzuwenden."


Der nach Südafrika geflohene somalische Schriftsteller Nuruddin Farah ist der Meinung, dass ein amerikanischer Eingriff in Somalia den zerbrechlichen Frieden zerstören und das Land wieder in völliges Chaos stürzen würde.

Farah, in Abwesenheit zum Tode verurteilt, glaubt, islamische Terroristen sind sich in seiner alten Heimat des Lebens nicht sicher. "Niemand, auf den ein Kopfgeld von so vielen Millionen Dollars ausgesetzt ist", schreibt er, "wäre dumm genug, Unterschlupf in einem Land zu suchen, in dem der Verrat innerhalb der politischen Elite weltweit seines Gleichen sucht." Ohnehin sind die Al-Qaida-Zellen in Europa dichter vernetzt als am Horn von Afrika. Ein Angriff in Somalia bereitet dort nur den Nährboden für neue, "noch mächtigere Kriegsherren".