Seit Juli 2000 muss Pferd sich ausweisen können. Der Equidenpass ist Pflicht in der EU, das erleichtert die Kontrolle. Sofort kann ich den persönlichen Dokumenten entnehmen, ob ich es mit einem "nicht zur Schlachtung bestimmten" Tier, also einem pharmazeutisch gepäppelten oder sportlich gedopten Rennpferd zu tun habe. Oder ob mir der "zur Schlachtung bestimmte" künftige Inhalt einer würzigen salsiccia oder Brühwurst gegenübersteht. Ein leckeres Huftfilet gar, das sich mit Speck ummanteln und grillen lässt.

Pferde gelten in der EU als "lebensmittelliefernde" Tiere.

Aber muss man manchmal nicht mehr wissen als die Eignung des Gegenübers zum Verzehr? Da weist der Equidenpass Sicherheitslücken auf. Die Verwandtschaft ist bloß bis zum Großvater zurück vermerkt. Und da die "aktive Kennzeichnung" mit Nummernbrand oder Mikrochip nur für das Turnierpferd vorgeschrieben ist, muss man sich bei der Identitätskontrolle auf die besonderen Kennzeichen verlassen: Augenfarbe, Haarwirbel, Flecken, Narben.

Eine Untersuchung in Großbritannien hat aber gezeigt, wie wichtig es ist, endlich den Bestand mit DNA-Tests säuberlich zu rastern. Die Insulaner wissen jetzt nämlich, wer sich bei ihnen rumtreibt. Aus genetischen Daten ermittelten Forscher des Trinity College in Dublin, dass 95 Prozent aller Rennpferde auf den britischen Inseln von einem einzigen Hengst abstammen.

Einem Araber! Er nahm 1704 englischen Boden unter die Hufe. Zuvor hatte sich Darley Arabian mit seiner Horde in der syrischen Wüste herumgetrieben.

Sollten am Ende auch deutsche Klepper den Mullahländern entstammen? Schily, hilf! Gentest für Gäule! Höchste Zeit, dass auch wir in Erfahrung bringen, was bei uns Runden dreht oder auf dem Teller landet.