Auf der Suche nach immer kleineren Bauteilen tüfteln Wissenschaftler auch an Schaltkreisen aus dem Erbmolekül DNA. Noch immer ist allerdings zu wenig über die physikalischen Eigenschaften der Erbsubstanz bekannt. Ein deutsch-chinesisches Forscherteam hat nun mithilfe eines Raster-Kraftmikroskops DNA-Moleküle präzise manipuliert. Einzelne Stränge aus Bakterienerbmasse ließen sich nicht nur trennen, sondern auch verschieben und zu beliebigen Formen anordnen. Die DNA erwies sich dabei als überraschend elastisch. Die Forscher konnten die Stränge, ausgebreitet auf einer Unterlage, bis zum 1,6fachen ihrer ursprünglichen Länge dehnen. Berührt die Mikroskopspitze hingegen das Ende eines Stranges in der Luft, faltet er sich zu kurzen, dickeren "Stäbchen" oder zu kugelförmigen Haufen zusammen (Nano Letters, Januar 2002).

Spinnenarme in der Tiefsee Zum wiederholten Mal sind Forscher in großer Meerestiefe einer rätselhaften Tintenfischart begegnet. Der Kalmar besitzt extrem lange, dünne Fangarme und Tentakel, die ihm das Aussehen einer riesigen Tiefseespinne verleihen. Ein im Golf von Mexiko gesichtetes Exemplar erreichte eine Gesamtlänge von sieben Metern. Im Zentralpazifik begegneten Wissenschaftler in über 3000 Meter Tiefe einem vier bis fünf Meter langen Exemplar. Die Länge der Fangarme entspricht der zehnfachen Körperlänge des Tintenfisches - ein Wert, den sonst kein Kopffüßler erreicht. Das geheimnisvolle Tiefseewesen wurde bereits in allen Weltmeeren gesichtet, konnte aber den Bemühungen der Meeresforscher zum Trotz bisher noch nie gefangen und genauer untersucht werden (Science, Bd. 294, S.

2505).

Riecher für Ströme Wenn Moleküle auf Metalloberflächen treffen, fließen winzige Ströme: Mit dieser Erkenntnis stellen Forscher der University of California eine lang gepflegte Hypothese auf den Kopf und öffnen darüber hinaus den Weg, völlig neuartige "elektronische Spürnasen" zu entwickeln. Bisher ging man davon aus, dass die Energie der chemischen Reaktion in Form von Hitze freigesetzt wird.

Verschiedene Moleküle verursachen unterschiedliche Signale. Je nach den Eigenschaften des reagierenden Stoffs fließt ein konstanter Strom, oder er fällt rasch ab - ein spezifisches Muster. Die Forscher hoffen, mit diesen Erkenntnissen Chemiesensoren bauen zu können, die einfach, robust und vor allem preisgünstiger sind als die jetzt üblichen (Science, Bd. 294, S. 2521).