Für eine Ahnengeschichte des Euro eignet sich Bayern, als altes Fürstentum mit München als wichtigster Münzprägestätte, mit am besten. Als dort 1871 die erste einheitliche Mark eingeführt wurde, schrieb eine Münchner Zeitung: "Die Preußen machen aus Bayern ein Probirland, durch eigene Fehler wird's zum Ruinirland, so reimt sich das zusammen, ist aber ein trauriger Reim." Misstrauen gegen eine neue Währung ist also nichts Ungewöhnliches, doch zumindest damals erwiesen sich die Ängste als haltlos.

Bis 1914 war Edelmetall die Grundlage jeder Währung, der Gehalt an Gold oder Silber entscheidend für den Wert der Münzen. Neben den vollwertigen Kurantmünzen gab es noch Kleinmünzen, deren Metallwert unter ihrem Nennwert lag. Anders als heute lief in Bayern nicht nur das dort geprägte Geld um, sondern auch Münzen aus Sachsen, Hannover oder Preußen. Es zählte ja der Metallwert. Beim Kleingeld war die Lage Jahrhunderte lang ohnehin desolat: gutes gab es keines, schlechtes aus aller Herren Länder reichlich.

Dietrich Klose, Oberkonservator der Staatlichen Münzsammlung München

Deutsche Mark:

In den drei westlichen Besatzungszonen führten die Amerikaner 1948 mit der Währungsreform die Deutsche Mark ein. Sie wurde schnell zum Symbol für das Wirtschaftswunder der fünfziger Jahre - auch für die Deutschen in der DDR.

Dort hieß die Währung nach 1948 ebenfalls Deutsche Mark, später dann Mark der DDR. Während der Wendezeit war im März 1990 auf einem Transparent einer Leipziger Demonstration zu lesen: "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr!"

Reichsmark