Für den echten Fan ist Fußball eine unabschließbare Lebensaufgabe. Warum das so ist, wird die Genforschung vielleicht eines Tages herausfinden, für den Moment muss genügen, dass die Hingabe der Aficionados weder Abpfiff noch Winterpause kennt. Damit man bei so einem Leben im Schatten des Balles nicht den Überblick verliert, gibt es Anstoß, den Fußballautorenkalender.

Normalerweise liegt ja über der geistigen Beschäftigung mit dem Spiel immer noch eine gewisse Schamesröte. Oder der Grauschleier der Trauer, dass auch im Fußball nix mehr so ist wie früher und der Kommerz alles versaut hat, den 50-Meter-Pass, die Sportschau und die Bratwurst in der Halbzeit. Doch die Kalendermänner beweisen, dass, wer mit dem Kopf spielt, nicht zwangsläufig deppert werden muss. Das Sammelsurium von Anekdoten, Zitaten, Kürzestreportagen und absurden Statistiken macht selbst einen Spieltag voller Null-zu-Nulls oder die Sommerpause erträglich und verleiht der Fan-Existenz Struktur und Sinn. Alle zwei Tage gibt es ein neues Blatt, für die Günther-Jauchverrückte Nation meist in Quizform gefasst. Wer verlor beim Sex vor dem Spiel jegliches Gefühl in den Füßen? Und welchem Tor verdankt dieser Artikel seine Vollendung: Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank.? Antworten im Januar, März und August 2002.

Günter Joschko/Marius Kliesch (Hrsg.): Anstoß: Der Fußballkalender 2002

Erlangen 2001 (zu beziehen über: www.fussballkalender.de) 19,80 Mark/10,20 Euro