Ich glaube kaum, dass Scharon die aufgezeigten Zusammenhänge fremd sind.

Man sollte Politikern im Allgemeinen keine Dummheit unterstellen. Die Destabilisierung von Arafat ist meines Erachtens wohlüberlegtes Kalkül eines Machtpolitikers, dem die Begriffe Ethik und Moral fremd sind. Also unterstellen wir ihm doch einfach rücksichtsloses Vorgehen zur Durchsetzung vordergründiger Interessen. Wer kennt schon Scharons Nachtgebete?

Günter Sturm

Viel zu selten wird der Widerspruch deutlich gemacht zwischen der Zerstörung des palästinensischen Sicherheitsapparats und der gleichzeitigen Forderung, dass er die Terroristen bekämpfen soll. Wenn man sich die Verteilung israelischer Siedlungen in der West Bank anschaut, kann man sich nicht vorstellen, wie selbst im Fall der Bildung eines palästinensischen Staates dort Frieden einkehren soll. Die gegenwärtige Politik Scharons vermittelt mir eher den Eindruck, dass er die West Bank vereinnahmen möchte.

Helmut Andres

Es ist in der Tat die Frage, ob Arafat eine weitere Ausbreitung der Gewalt verhindern kann. Wenn ja, dann wäre es immer noch besser, ihn, wie die EU es tut, weiter als Ansprechpartner zu betrachten. Wahrscheinlicher ist aber Folgendes: Arafat als Strohpuppe, während die Hamas und andere palästinensische Subgruppen die Fäden längst in der Hand halten. Darunter leiden die gemäßigten Palästinenser.

Christoph Rohde