Das Glück prophezeien. Wie entschleiert man die Zukunft? Wie deckt man Verborgenes auf? Was haben scheinbar zufällige Zeichen mit dem menschlichen Schicksal zu tun? Orakel versuchen, das Unbekannte zu erforschen und zu deuten

und sind von hartnäckiger Lebensdauer. Da läuft man durch die schmucken Renaissancearkaden der Alten Münze in München und erschrickt: Auf dem Boden liegt plötzlich eine Tarotkarte, groß wie ein Plakat

irgendwo spricht eine Frauenstimme: Entflieht man nach langer Zeit dem falschen Kummer, so wird der liebste Wunsch gesprochen, und eine Zunge wird ihm gegeben werden. Es ist ein bizarres Zusammenspiel aus Akustik und Visuellem.

Glücksprophezeiungsmaschine nennt die in Berlin lebende Künstlerin Susanne Weirich die neueste Installation ihrer Reihe Dreidimensionale Erzählungen.

Ein Orakel im Arkadengang. Zu jeder Tarotkarte, die durch einen Bewegungsmelder auf den Boden projiziert wird, erklingt ein verfremdetes Zitat von Hölderlin, Kleist, Shakespeare oder Brecht - frei nach dem Zufallsprinzip, gesprochen von Schauspielerinnen wie Susanne Lothar oder Inga Busch. So wird dieser Spaziergang auch zum literarischen Experiment, an dessen Ende zu hören ist: Und durch die Hände stürzen Fontänen einer besseren Welt. Gute Aussichten fürs neue Jahr! T.N.

Die Glücksprophezeiungsmaschine. Münzhof des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Hofgraben 4 (Ecke Maximilianstraße), 80539 München. Bis 31.

Januar dienstags bis freitags, außer an Feiertagen, 15 bis 19 Uhr, der Eintritt ist frei