Jetzt ist es wieder so weit. Die altbekannte Silvester-Party-Torschluß-Panik stellt sich pünktlich in der letzten Jahreswoche ein. Als ob es gerade dieses Jahr groß etwas zu feiern gäbe! Man kann allenfalls darauf anstoßen, es unbeschadet überstanden zu haben. Aber das ändert alles nichts an diesem nagenden Gefühl, dass etwas ganz Besonderes passieren muss. Ganz gleich, wie desaströs das Jahr war. Nur wirklich abgeklärte Zeitgenossen sind davon frei.

Irgendwie haben die Ereignisse der letzten vier Monate dafür gesorgt, dass allgemein eine viel größere Endzeitstimmung herrscht als im Millenniumsjahr.

Gar keine schlechte Voraussetzung für einen rauschenden Tanz auf dem Vulkan.

Nur was macht man, wenn einfach keine Einladung kommt? So außergewöhnlich 2001 auch war, die Neujahrsalternativen sind die gleichen Öden wie Silvester 1995/96:

a) Ein überteuertes 5-Gänge-Menü mit dem Liebsten. (Ziemlich sicher ein Flop, weil nur die Urlaubsvertretung vom Chef in der Küche wütet und gut situierte schweigende 70-Jährige um einen herum sitzen und die Stimmung verhunzen.)

b) Eine gigantische Silvesterparty mit Live-DJs in einem der angesagten Großraumclubs. Ebenfalls flopverdächtig, weil anonym und die 16-Jährigen um einen herum sichtbar mehr Spaß haben als man selber und man nicht mal weiß, woran.

c) Ein gemütliches Essen mit guten Freunden. Garantiert eine Niete, weil man die ganze Zeit das bohrende Gefühl nicht los wird, das die wirkliche Aktion sich heute woanders abspielt.