Das Augenzucken? Geht vorbei, sagt der Psychiater. Mein Verfolgungswahn ist auch schon besser. Wenn der erste Einzelgesprächsnachweis kommt, erwarte er einen kleinen Rückfall. Egal: Ich habe ein Handy!

Alles begann mit dem simplen Wunsch nach einem E-Plus-Vertrag. Erster Besuch im Telefon-Shop. Antrag ausgefüllt, Ausweis gezeigt, EC-Karte gezeigt, Handy ausgesucht, die letzten fünf Meldeadressen unter Eid aufgezählt. "Kommen Sie in drei Stunden wieder."

Zweiter Besuch im Shop. Antrag abgelehnt. Ohne Angabe von Gründen. "Datenschutz".

Besuch bei der Hausbank, wo ich mein Konto noch kein einziges Mal überzogen habe. Keine Anfrage von E-Plus verzeichnet. Besuch bei der Schufa. Anfrage verzeichnet, aber, siehe oben, keinerlei Eintrag. Anfrage bei der E-Plus-Hotline, welche Daten denn noch über mich eingeholt werden. "Können wir Ihnen nicht sagen, Datenschutz." - "Ich möchte ja nur die Stellen erfahren, um dort selbst nachzufragen." - "Datenschutz." - "Es sind meine Daten!" - "Probieren Sie es doch einfach noch einmal." Werden etwa bei E-Plus die Kunden ausgewürfelt?

Erste nervöse Zuckungen. Falle ich, aus dem befreundeten südlichen Ausland stammend, in ein Schläfer-Raster? Zu viele unbezahlte Strafmandate? Einen wichtigen deutschen Brauch ignoriert?

Rückmeldung der Pressestelle: Ein Versehen, alles okay. Zurück auf Start, zurück zum Shop. Same procedure as last time. Stunden später: Antrag abgelehnt.

Die Nächte sind am schlimmsten. Schrecke aus unruhigem Schlaf, laut "Ich bin legal hier!" rufend. Aufenthaltsbewilligung liegt griffbereit am Nachttisch, gleich neben dem Geld für die Strafmandate. Es gab Zeiten, da gehörten wir Österreicher zu den "guten Ausländern"!