Manfred Vogt, 59, ist Erster Kriminalhauptkommissar. Seit 1973 leitet er die 4. Mordkommission in Berlin. Er sitzt in seinem Büro in einem kurzärmligen Hemd (eine seiner Vorlieben), es ist hell, an der Wand hängt ein Wimpel: »Berliner Rugby Verband« steht darauf. Nahe dem Fensterbrett liegen zwei Pfeifen traurig und angestaubt mit hängenden Köpfen auf einem Teller. Exraucher.

Was war das Schrecklichste?

Vogt blinzelt, lehnt sich zurück, verschränkt die Arme vor dem Körper und zögert zwei Sekunden.

»Nichts«, sagt er.

Nichts?

»Nichts gesondert Schreckliches«, sagt er.

Es gibt neun gleichberechtigte Mordkommissionen in Berlin, sie sind in der Keithstraße 30 untergebracht. Das Haus ist düster und alt. Ein Geisterhaus mit alten Steintreppen, auch die Handläufe sind aus Stein. Breit und glatt gegriffen.