Hellmut Lützner: Man kann mit weniger Essen wunderbar zurechtkommen. Jeder, der schon einmal gefastet hat, weiß allerdings, wie viel leichter es ist, eine Zeit lang auf alles zu verzichten, auch auf Zigaretten, Alkohol, Süßigkeiten. Ganz wichtig auf jeden Fall - viel Bewegung. Fastenwandern ist eine sehr gute Idee. Ich bin mit netten Leuten zusammen, kann viel von der Landschaft sehen und viel erleben.

Zeit: Bekommt man denn beim Wandern nicht noch mehr Hunger?

Lützner: Ganz sicher nicht. Im körpereigenen Rucksack ist ja alles drin: Eiweiß, Kohlehydrate, Vitamine und Mineralstoffe. Man muss nur wissen, wie man ihn öffnet. Der Fastenleiter hilft.

Zeit: Aber ein paar Schluck Wasser müssen sein?

Lützner: Man braucht sehr viel Flüssigkeit. Auch im Winter mindestens zwei Liter. Die Methode nach Buchinger kombiniert Wasser, Tee, verdünnten Obstsaft und Gemüsebrühe. Dieser Wechsel ist einfach angenehm.

Zeit: Kann jeder unbesorgt mitmachen?

Lützner: Man sollte sich nie etwas vornehmen, was man nicht gewöhnt ist. Jeden Tag 50 Kilometer wandern kann nur jemand, der das vorher auch gemacht hat. Das gilt genauso für eine Fastenwanderung im Hochgebirge mit Bergsteigen oder Skifahren. Darauf muss man trainiert sein. Wir sprechen vom Fasten für Gesunde. Wer keine Medikamente braucht, keinen Doktor und so viel Leistungsreserven hat, dass er einer Straßenbahn nachrennen kann, für den eignet es sich.