Armenien ist kein begehrtes Reiseziel - und doch eine Erkundung wert. Den Beweis tritt der Schweizer Fotograf Andreas Wolfensberger mit dem ebenso ausgefallenen wie beeindruckenden Bildband Armenien (Edition Temmen, Bremen 2001

146 S., rund 24,50 e, 48,- DM) an. Er brach in das Ursprungsgebiet menschlicher Zivilisation auf, um die Splitter einer leidvollen Geschichte einzusammeln. Sein Blick gilt vor allem den Menschen der ehemaligen Sowjetrepublik, die seit 1991 in einem unabhängigen Staat leben - von Armut gezeichnet, aber gewappnet mit einem kulturellem Selbstbewusstsein. Wo besessene Schachspieler im Schatten der Maulbeerbäume Turniere austragen, wo die Gläubigen zur Priesterweihe zusammenströmen und die Verkehrsteilnehmer der Straßen von Karabach auf Eseln reiten - Wolfensberger bringt Licht in die Gesichter der Menschen, die Krieg und Erdbeben trotzten. Die kundigen Texte über Gegenwart und Vergangenheit im Land hinter den erloschenen Vulkanen sind der Orientalistin Tessa Hofmann zu verdanken.