Gotteszell. Ein Frauengefängnis Do., ARD, 23 Uhr

Gut, daß man nicht von jedem alles weiß! Jeder wäre unschuldig, sagt der Kommissar am Ende des Heinrich-Mann-Romans Ein ernstes Leben, nachdem er die Gesuchte hat laufen lassen. Die Frauen, die Helga Reidemeister für ihre Dokumentation Gotteszell im Gefängnis besuchte, ließ niemand laufen. Es ist kein Fernsehfilm wie die übrigen, durchweg kriminellen TV-Tipps dieser Woche.

Die Insassinnen sind zwar teilweise ausgesprochen schwere Mädchen. Doch in vielen Fällen sind Mord und Totschlag schwere Schicksale vorausgegangen.

Gotteszell ist Wirklichkeit und zeigt den Alltag von Frauen, deren Schuldbewusstsein allen Respekt verdient.

Auge um Auge Fr., Arte, 20.45 Uhr

Akademikerarbeitslosigkeit und ihre schrecklichen Folgen: Onno Staling und Alex Bickers, zwei junge Spezialisten für die nördliche Renaissance des 16.

Jahrhunderts, konkurrieren um den einzigen Museumsjob, der weit und breit zu haben ist. Da überfällt der verzweifelte und seit Jahren arbeitslose Onno den Alex und sperrt ihn in einen Keller, bis er selbst den Job am Rijksmuseum sicher in der Tasche hat. Aus dem Fluch der bösen Tat entwickelt sich ein Krimi, in dem sich die beiden Kunsthistoriker alles andere als kultiviert benehmen. Der mit einem besonderen Auge gefilmte niederländische Thriller ist das gelungene Regiedebüt des Musikers und Drehbuchautors Frank Ketelaar.