Hätte Richard Reid ein Feuerzeug benutzt, wären am Samstag vor Weihnachten wahrscheinlich 197 Menschen an Bord der American-Airlines-Maschine auf dem Weg von Paris nach Miami in den Tod gestürzt. Aber der 28jährige Brite, der sich Abdel Rahmid nennt, seit er zum Islam konvertierte, fuchtelte allzu auffällig mit Streichhölzern an den Lunten aus seinen Basketballschuhen herum. Die Sohlen mit dem Pentaerythritol Tretanitrat, einer Hauptkomponente des Plastiksprengstoffs Semtex, hätten ausgereicht, ein Loch in die Flugzeughülle zu reißen. Viel spricht dafür, dass Hintermänner den Kleinkriminellen Reid, den "unechten" Islamisten mit dem schlichten Gemüt, auf einen Testlauf geschickt haben: um herauszufinden, welche Sicherheitslücken es auf den Flughäfen weiterhin gibt.

Jetzt alle Schuhe zu durchleuchten wird nicht genügen. Zum einen, weil Semtex ohne herkömmlichen Batteriezünder auch auf Röntgenmonitoren nur schwer auszumachen ist. Zum anderen, weil entschlossene Fanatiker als Nächstes nicht zögern werden, Sprengstoff zu verschlucken, um ihn durch den Tordetektor zu schleusen. In der Bordtoilette könnte der Initialzünder hinzukommen. Zu viel Fantasie? Bei Selbstmordterroristen mit weniger zu rechnen, wäre fahrlässig.

Je einfallsreicher sie werden, umso dringender müssen es auch die Kontrolltechniken. Magnetresonanz-Tomografie wäre eine davon

Sensorentunnel, die Abweichungen von der natürlichen Körperstrahlung messen, vielleicht eine andere. All das ist teuer, aufwändig, unangenehm. Und wohl leider ohne Alternative. bit