und die Welt sehen, erklärte die Baskin Catalina de Erauso, als sie nach einem halben Leben als Soldat, Eroberer und Minenarbeiter in Südamerika ihr wahres Geschlecht und zugleich den Grund offenbarte, warum sie ihm, als Mann gekleidet, zu entrinnen suchte. Nicht nur die Ausbrecherin des 17.

Jahrhunderts musste Männerhosen anziehen, um reisen (und dem Nonnendasein entrinnen) zu können. Als Frau allein unterwegs zu sein - das hieß bis weit ins 20. Jahrhundert nicht nur die konventionellen Kleider, sondern auch die soziale Rolle mit einer neuen, selbst zu erfindenden Identität zu vertauschen. Derart heroisch fällt das Panorama aus, das in diesem Band in Text und Bild ganz im Stil von "Reader's Digest" ausgebreitet wird. Doch bei aller Kritik am weiblichen Populismus der Autorinnen: Nur selten gibt es überhaupt etwas über Amalie Dietrich zu lesen, die sächsische Handwerkertochter und Autodidaktin, die allein auf sich gestellt die halbe Flora und Insektenwelt Australiens katalogisierte. Sie und 83 andere Reisende, Forscherinnen, Entdeckerinnen - von den Wikingerfrauen des 8. bis zur Meteoritensammlerin des 21. Jahrhunderts - sind hier schwärmerisch, wenig faktensicher und doch mitreißend porträtiert. Nach und nach füllen die Frauen auch die zweite Hälfte des Himmels der Reisenden und Entdecker.