die zeit: Sie haben an einem Benimmkurs für Studenten teilgenommen, den die Fakultät für Informatik der TU München in diesem Semester gemeinsam mit einer PR-Agentur angeboten hat. Was haben Sie gelernt?

Alexander Selzle: Regeln für Small Talk, Kleidung und Körpersprache. Und Tipps zur Begrüßung - zum Beispiel, wer wem zuerst die Hand reicht, und dass es nicht "Herr Graf Lambsdorff" heißt, sondern nur "Graf Lambsdorff". Da das Seminar für Studenten abgehalten wurde, war es auf Bewerbungssituationen zugeschnitten: In der Wirtschaft kommt es zum Beispiel immer häufiger vor, dass man sich nach dem offiziellen Bewerbungsgespräch noch bei einem Geschäftsessen mit dem potenziellen Chef bewähren muss. Deshalb ging es in dem Kurs auch um Tischmanieren.

zeit: Auf welchem Gebiet haben Sie besonders viel dazu gelernt?

Selzle: Die Small-Talk-Tipps waren sehr hilfreich. Früher hing es bei mir immer vom Gesprächspartner ab, ob der Small Talk funktionierte: In der passiven Rolle konnte ich mich behaupten, nicht aber das Gespräch aktiv selbst steuern. Das traue ich mir jetzt schon zu.

zeit: Gab es eine Benimmregel, die für alle Teilnehmer neu war?

Selzle: Besonders ungewohnt war die Handhabung der Serviette: Man legt sie einfach gefaltet auf den Schoß und tupft sich vor jedem Schluck mit der Innenseite den Mund ab, damit das Glas nicht beschmutzt wird. Das fanden fast alle erst einmal ziemlich umständlich, und viele hatten Probleme, die Serviette korrekt zu halten.

zeit: Was macht man, wenn man beim Bewerbungsgeschäftsessen merkt, dass der zukünftige Chef solche Knigge-Feinheiten selbst nicht beherrscht?