Wie eine Entenfamilie watscheln fünf Leute durch den Schnee, vorneweg Liisa, die Reiseleiterin. Jeder muss beim Schneeschuhwandern seinen eigenen Gehstil finden, lautet ihr einziger Rat. Automatisch tappt jeder breitbeinig, um sich nicht selbst auf die riesigen Füße zu treten, die auf dreifache Größe angewachsen scheinen. Gleiten ist zwecklos. Jeder Versuch, die Schneeschuhe als Mini-Snowboards zu benutzen, scheitert am tiefen Gitterprofil. Am besten geht es langsam und mit großen Schritten. Bei jedem Tritt knirschen die Plastikteller unter den Füßen, sacken wenige Zentimeter ein und finden Stand.

Nordkarelien im Winter. Eine endlose Schneelandschaft rund 450 Kilometer nordöstlich von Helsinki. Schnee und Frost formen Kiefern zu Skulpturen.

Immer wieder öffnet sich der Wald zu gleißenden Lichtungen - zugefrorene Seen. Fast 1000 Kilometer Loipen durchqueren das verschneite Hügelland.

Skilanglaufen ist der populärste Wintersport, Schneeschuhwandern der einfachste. Nur - der ungewohnte Wanderschritt ist anstrengend: Nach einem Kilometer wird der Anorak lästig. Nach weiteren zwei Kilometern könnte auch der dünne Extrapulli im Rucksack verschwinden. Und abends zwickt es in der Leistengegend.

Die Wanderung führt nach Petäiskylä, wo uns Gitarrenbauer Markku in seiner Holzwerkstatt erwartet. Pferdeschwanz, Bärtchen, Jacquardpullover - der blonde Finne könnte als verschollener Spross der Kelly-Familie durchgehen.

Marrku will sein handwerkliches Können weitergeben. Aber nicht an Gitarrenbauer, sondern an Greenhorns, die ihre Schneeschuhe aus Plastik gegen selbst gebaute Indianer-Schneeschuhe tauschen wollen.

Alles liegt fein säuberlich bereit: lange Eschenleisten, Birkenholz für die stabilen Stegverbindungen zwischen den Leisten, Lederschnüre. Über dem offenen Feuer im Hof ragt ein zwei Meter langes Metallrohr in die Luft. Es ist gefüllt mit 80 Liter Wasser. Da schiebt Marrku die Eschenleisten hinein.