Viel ist über sie geschrieben worden, vor allem in Zeitungen, überwiegend Gutes und immer wieder Lobeshymnen. Sie selber schrieb über sich:

Ich wurde in Berlin geboren. Ein reiner Zufall - die Eltern befanden sich auf einer Durchreise. Eigentlich hätte ich ebenso wie meine Geschwister in Moskau zur Welt kommen müssen, wo der Vater Oberlehrer am dortigen deutschen Gymnasium war. Bald nach meiner Geburt gab er die Stellung auf, um sich ganz zoologischen Studien zu widmen. Auf einer Amerikareise ist er in Philadelphia gestorben. Ich war damals zwei Jahre alt. Sein Vermächtnis an mich war seine Tierliebe.

Meine Kindheit verbrachte ich auf dem Gut meiner Eltern mütterlicherseits im Westerwald unweit Altenkirchen. Es war eine unvergleichlich schöne, ungebundene Kindheit. Im Gutshaus residierte die Großmutter, die bis ins hohe Alter von 84 Jahren eine geistig ungewöhnlich regsame Frau war. Meine sehr musikalische Mutter, nach dem Tode des Vaters mit uns Kindern auf das elterliche Gut zurückgekehrt, trug sich mit dem Gedanken, mich als Pianistin ausbilden zu lassen.

Das Klavier stand in einem saalartigen Raum des alten Landhauses. Wenn im Winter der große Raum nicht warm zu bekommen war, saß ich eingemummelt in einem dicken Mäntelchen, eine wollene Kapuze auf dem Kopf, Pulswärmer an, auf der Klavierbank. Neben mir auf der Bank lag ein Wärmestein, auf den ich die Hände legte, wenn die Finger für die Übungen vor Kälte zu erstarren drohten.

Die Mutter war eine strenge Lehrerin, aber dauerte der Unterricht gar zu lange, erschien als Erlöserin die gütige Großmutter, mir die Freiheit erwirkend, zu den anderen Kindern hinaus in die Winterfreuden laufen zu dürfen.

Erst später habe ich das richtige Verhältnis bekommen für die Strenge der Mutter. Sie hat mich gelehrt, was künstlerische Disziplin bedeutet.

Als ich zwölf Jahre alt war, fuhr die Mutter mit mir nach Wiesbaden, um mich zur Aufnahme im dortigen Konservatorium anzumelden. Der Direktor prüfte mich, bejahte sofort mein Talent. Ich kam in die Klasse des Komponisten Max Reger, dem man trotz seiner jungen Jahre infolge seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten eine Meisterklasse übertragen hatte. Er bestärkte die Mutter in der Absicht, mich bis zur Konzertreife ausbilden zu lassen. Wir übersiedelten nach Wiesbaden. Es war mein Abschied von der Kindheit, von der Ungebundenheit des Landlebens. Doch sollten die Dinge eine ganz andere Richtung einschlagen, als vorgesehen.