Lourdes Luque de Jaramillo: Der starke Sonneneinfall und die Meeresströmungen zur Zeit des Unfalls haben die Galapagosinseln vor größerer Verunreinigung bewahrt. Im Wasser und in der Tierwelt zeigen sich fast überhaupt keine Schäden. Es wurden vielleicht drei oder vier Vögel verschmutzt, die dann starben. Das Umweltministerium hat jetzt eine Untersuchung des Meeresbodens veranlasst, um zu analysieren, ob der Grund beeinträchtigt wurde.

Zeit: Die Inseln haben tatsächlich alles ohne Probleme überstanden?

Luque: Absolut richtig. Mehr noch: Es gibt verschiedene positive Auswirkungen. Während die Provinz Galapagos zuvor kaum Kontrolle über das Meeresreservat hatte, gibt es jetzt ein Marinekommando samt Fregatten und einem Hubschrauber.

Zeit: Dann war der internationale Alarm also völlig übertrieben?

Luque: Der Alarm war wichtig. Im ersten Moment denkt man bei einem Tankerunglück an das Ende der Inselwelt. Sei es göttliche Segnung, oder seien es die Naturbedingungen: Das Ereignis war nicht so dramatisch, wie es hätte sein können.

Zeit: Hat denn der Tourismus gelitten?

Luque: Nein, es hat keinerlei Rückgang bei den Buchungen gegeben. Die Besucherzahlen bewegen sich weiterhin an der oberen Auslastungsgrenze. Unter weltweiten Flugstornierungen leidet hingegen auch der Galapagos-Tourismus seit dem 11. September.