Neben meinem Job bei Viva engagiere ich mich für die EU-Kampagne Talking Food zum Thema Lebensmittelsicherheit. Ein Projekt in schwieriger Mission, denn für Jugendliche gibt es nichts Langweiligeres als das Thema Ernährung. Auf der Grünen Woche moderiere ich das Programm in der Talking Food-Event-Halle.

Für die nächsten zehn Tage heißt unsere Aufgabe also: Besuchern zwischen 12 und 29 Jahren unterhaltsam etwas über Ernährung beizubringen. Allen war klar: Das geht nur mit Infotainment. Deshalb haben wir ein Bühnenprogramm mit prominenten Gästen gestrickt und erzielen den Lerneffekt über Umwege, zum Beispiel bei der Vitamin-Rallye: Du gewinnst diesen Motorroller, wenn du die Rallye gewinnst. Dafür brauchst du Informationen, die du nur an den Ständen bekommst.

DONNERSTAG bin ich noch in Köln und zeichne im Studio die Charts und die Top 100 auf. Mittags fliege ich nach Berlin und fahre als Erstes zum Messegelände, um die Halle zu besichtigen. Dann treffe ich meine beste Freundin, sie ist Stewardess. Unser Programm für den ersten Abend steht fest: Wir gehen ins Kuchi, das absolute In-Sushi-Restaurant, ein Klassiker. Alle Berliner Schauspieler, die ich kenne, essen dort.

Am FREITAG beginnt die Grüne Woche. Das Bühnenprogramm in der Talking Food-Halle ist zweigeteilt: Morgens kommen Schulklassen mit ihren Lehrern.

Die können nicht weglaufen, deshalb packen wir mehr Information ins Programm als nachmittags. Ich versuche, das Publikum einzubinden. Das geht am besten mit Fragen: Wer macht Sport? Oder: Wer weiß, was E 255 ist? Das weiß eigentlich keiner, und die Leute fühlen sich auf den Schlips getreten.

Deshalb wollen sie dann doch wissen, wo sie Informationen finden können. Wenn später die normalen Messebesucher kommen, verschiebt sich die Betonung von Info- auf Entertainment. Prominenter Gast ist die Band ohne Namen. Das sind gute Komoderatoren. Sie treiben eher zu viel Spökes als zu wenig. Abends legt mein Freund DJ Tarik House und Soul auf.

Das Programm am SAMSTAG ist ähnlich: morgens Infotainment mit Quiz und Vitamin-Rallye, ab mittags dann Musik, Spiele und Show, alles im Zeichen des Geschlechterkampfs. Es gibt immer eine weibliche und eine männliche Mannschaft, ich benutze das als Aufhänger und reite darauf herum: Männer, was ist los, die Frauen ziehen euch die Wurst vom Brot, das könnt Ihr euch nicht gefallen lassen! Wo sind meine Männer? Auch das Publikum steht getrennt, rechts die Männer, links die Frauen. Es gibt Kuhwettmelken, Gameboy-Contests, Karaoke und einen Sumo-Kampf. Die Sumo-Anzüge sind so dick, dass man in ihnen schon über die Bühne rollt, wenn man nur angetickt wird. Abends legt Tarik wieder auf. Danach würde ich gerne Freunde treffen - wenn noch Energie bleibt.