Nachdem Harald Schmidt seinen Assistenten zum Medienstar gemacht hatte, musste Stefan Raab mit seinem Praktikanten gleichziehen. Doch während Andrack in der gediegenen Atmosphäre des Schmidtschen Latenight Talks abgeklärt hinter seinem PC hockt und aus dem Off in die Sendung kichert, hatte Elton erst mal gar nichts zu lachen. Er war Stefan Raabs Punchingball, und wenn er nicht gerade testen musste, ob ein Krokodil wirklich bissig war, durfte er irgendwas aufwischen oder heil machen und wurde dafür auch noch nonstop geschmäht. Jetzt ist die Wiedergutmachung da - in Form einer eigenen Sendung.

Während Schmidt mit Andrack mühelos die Höhen eines gepflegten Nonsens, wenn nicht sogar eines postmodernen Dadaismus erklimmt, blieb Raab mit Elton nur die Niederung des Trash. Jetzt muss Elton ganz allein beweisen, dass es lustig ist, schleimigen Dosenfisch zu kosten, eine Weihnachtsgans vorm Weg allen Fleisches zu erretten und im Internet nach Bizarrerien zu fahnden (www.fiesescheitel.de). Er bleibt dabei Elton: bräsig, umständlich, im Grunde viel zu schwerfällig für die quirlige Comedy-Welt. Aber Verlierer kommen letztlich immer komischer rüber als Abräumer, und das ist Eltons Chance. Wenn er nur nicht der Versuchung erliegt, das Image des ewigen Praktikanten und Underdogs loszuwerden und den pfiffigen Moderator zu geben. Manches deutet darauf hin. Als sexy Gast Miriam ein Jugendfoto mit dem Ausruf kommentierte: Ich möchte nicht wissen, welche Unterwäsche ich damals trug, krähte Elton: Ich schon. Oje, Schlagfertigkeit, das könnte sein Ende sein.

Elton TV läuft donnerstags auf ProSieben um 23.15 Uhr