Die Johannes-B.-Kerner-Show Do., ZDF, 23.00 Uhr

Was das ZDF an Johannes Kerners Interviewstil als sensibel und stets unaufdringlich lobt, ist anderen ein Graus. Der Moderator gilt als Inbegriff des weich gespülten Talkshow-Journalismus. Fast jeder dritte Fernseher war eingeschaltet, als vergangenen Sommer bei Kerner Verona Feldbusch und Alice Schwarzer zum Duell gegeneinander antraten. Punktsieg für Verona, grölte Volkes Stimme. Und weil es so schön war, durfte die brünette Blondine noch mal kommen, um mit Rotz-und-Wasser-Geheul Reklame für ihre Sat.1-Sendung zu machen. Das Zweite findet Kerners Bilanz äußerst positiv, weshalb er von heute an gleich vier Mal pro Woche aufdringlich sensibel wird.

Zwei Frauen in Paris Fr., Arte, 20.45 Uhr

Die Geschichte von Maud und Maya aus Paris, die in der Zeit des Dritten Reiches spielt, erinnert an die Berliner Geschichte von Aimée und Jaguar.

Lesbisch sind die beiden Französinnen nicht, doch auch Maya ist Jüdin. Ihr Mann arbeitet für Léon Blums Volksfront. Dagegen ist die einfältige Modistin Maud mit einem militanten Anhänger der Action Française liiert, trotzdem versucht sie, ihrer Freundin zu helfen. Der charmante, von Caroline Huppert (Isabelles Schwester) etwas schematisch inszenierte französische Fernsehfilm basiert auf einem Roman, in dem Nine Moati die Geschichte ihrer Mutter erzählt. Julie Depardieu (die Tochter von Gérard) macht Mauds Charakter plastisch.

Ladykracher Fr., Sat.1, 22.15 Uhr

Nur gut, dass uns Ex-Wochenshow-Star Anke Engelke eine weitere Staffel ihrer müden Sitcom Anke ersparte und sich stattdessen an ein neues Format wagte. Kurze Sketche scheinen ihr mehr zu liegen als die Schauspielerei.