Ankommen: 17 Stunden in der Luft, 32 insgesamt unterwegs, 17 000 Kilometer gegen Osten, gelandet auf Palau, 1000 Kilometer östlich von Manila, 1700 nördlich von Papua-Neuguinea. Langsam wird man ins Südseeparadies eingelassen: Schlange stehen, endlos. Dann durch die Zollkontrolle. Blumen um den Hals, raus unter den Himmel, eine Zigarette zwischen die Lippen. Durst, Schlafmangel, falsche Kleidung beeinträchtigen die Freude. Sehnsucht nach einem Bad im Pazifik, einer Dusche, einem Drink. Busfahrt zum Hotel. Wieder sitzen. So sieht also aus, was man sich in unseren Breitengraden als Paradies vorstellt: grün und blau, grelles Licht, Palmenorgie.

Betelnuss: Treibstoff der Südseeseelen. Erinnert äußerlich an eine große Eichel, wird entzweigebissen, die Frucht mit Kalkpulver bestreut, ein wenig Tabak reingelegt, in ein Pfefferblatt gehüllt und rund zehn Minuten gekaut.

Profis tauchen den Tabak zuvor noch in Wodka. Alle kauen die Leichtrauschdroge, deren Wirkung irgendwo zwischen zwei und drei Bieren liegt. 10 bis 20 Nüsse pro Tag sind Durchschnitt auf Palau. In Yap, dem Hauptanbaugebiet, 20 bis 40. Der rote Saft wird kunstvoll als dünner Strahl ausgespuckt. Auf die Straße zum Beispiel. Frauen, die nicht ausspucken können, taugen nichts, sagt Joe, ein Gesandter der Palau Visitors Authority.

Die meisten Leute auf Palau haben ab Mitte 30 rot gefärbte, zerfressene Zähne. Auf Yap schon früher.

Chuab: Inselschöpfer, Sohn der Urmutter Latmikaik. Aus seinem Körper bildeten sich der Sage nach einst die fünf Hauptinseln der Republik Palau. Chuab war ein Riese, der schon nach einem Tag schwimmen, nach zweien laufen konnte.

Sein Hunger war ebenfalls riesig. Die Einheimischen fütterten ihn so lange durch, bis sie selbst Hunger litten. Schließlich suchten sie Rat bei seiner Gottmutter. Tötet ihn!, sagte sie. Aber wie tötet man einen Riesen? Sie suchten alles Essbare zusammen und bereiteten ihm ein himmlisches Mahl. Satt legte sich Chuab hin und schlief ein. Zuvor hatten die Menschen sämtliche Palmen im Umkreis gefällt und sie bei seinem Nachtlager gestapelt. Sie fesselten ihn und steckten die Palmen in Brand. Chuab explodierte, und die Inseln waren geboren. Die Urpalauaner bevölkerten sie im Glauben, dass das neue Land sie so ernähren würde, wie sie Chuab ernährt hatten. Eine Haltung, die heute noch zu beobachten ist

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