Amina Handke: Die Sammlung Handke

Triton Verlag, Wien 2001

72 S., 14,99 e

Der Titel ist noch nicht einmal das Witzigste an diesem witzigen Buch. Es gibt sicher nur eine, die sich diesen Scherz erlauben kann, und zum Glück ist es genau die, die ihn macht: Amina Handke, die Tochter ihres prominenten Vaters, die längst ihre eigene Trademark ist. Sie ist Bühnenbildnerin, Schauspielerin, DJ und Medienarbeiterin, Buchgestalterin und eine Art Autorin, und das ist bekanntlich jemand, der aus eigenem Antrieb und aus eigener Verantwortung etwas macht, was ihm wichtig scheint

ihm oder ihr.

Klingt schon viel zu ernst. Obwohl - ernst ist sie schon. Und dann auch wieder nicht. Koboldhaft. Hermes Phettberg hat gemeint, dass Till Eulenspiegel die richtige Kategorie für sie sei

wir könnten sie also Tilla nennen. Aber, ach was, sie ist Handke Komma Amina, und als solche hat sie ein längliches, querkantes Buch gemacht, 72 Seiten dünn, mit vielen Fotos und etlichen Texten. Bildsprache und Wörtersprache treffen sich da unterwegs und beschließen gemeinsam, Amina-Sprache zu werden. Jedenfalls ein Buch lang. Das Ganze ist ein Tagebuch, ein People's Magazine, ein Arbeitsnachweis, ein Poesiealbum geworden. Erinnerung und Dankbarkeit, ein bisschen Angst und eine Menge Souveränität kennzeichnen den Umgang der Frau mit sich selbst, und es ist ein Vergnügen, ihr dabei zuzuschauen. Übrigens: Auf Seite 16 zeigt HANTKE Amina uns ein paar Beispiele, was man schon so aus ihrem Namen gemacht hat, von Frau Handke Nina bis zu Handke Günter. Und ich erinnere mich, wie ich einst mit ihrem Vater gemeinsamer Trauzeuge von Alfred Kolleritsch war, wir der jungen Magistratssekretärin unsere Personalien angeben mussten und der Herr neben mir gefragt wurde: Handke mit weichem oder hartem t? So viel zu Popularität und Prominenz.