Sozialistisches Zuckerrohr

Zum Beispiel während eines von landwirtschaftlicher Arbeit geprägten Aufenthalts auf der Karibikinsel Kuba, eine der letzten Bastionen des Sozialismus. Statt beim gekühlten kapitalistischen Drink am Strand von Varadero abzuhängen, kann der Reisende bei einfachen Arbeiten in den Ställen und auf den Feldern die Lebens- und Arbeitsbedingungen kubanischer Bauern unmittelbar kennen lernen.

Touristische Ausflüge in die Region ergänzen den Aufenthalt. Gewohnt wird in Gemeinschaftsunterkünften direkt in den landwirtschaftlichen Betrieben. Eine gute körperliche Konstitution sei Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Workcamp, heißt es beim Veranstalter Cuba Si.

Cuba Si wurde im Juli 1991 als Arbeitsgemeinschaft der PDS gegründet, als eine politisch unabhängige AG, die jedem offen stehen soll. Entstanden ist die Idee, als die Bundesregierung 1991 die Verträge der DDR mit Kuba - darunter der Vertrag über die Lieferung von Milchpulver - einseitig kündigte. Zahlreiche Projekte zur Unterstützung landwirtschaftlicher, sozialer und industrieller Betriebe wurden daraufhin ins Leben gerufen mit dem Ziel, die kubanischen Betriebe selbstständig und finanziell unabhängig werden zu lassen.

Heidi, 55, Ausbilderin in Deutschland, war vor drei Jahren schon dabei und fährt dieses Jahr wieder hin. Sie schwärmt von interessanten Begegnungen, vom Salsa-Tanz in der Zuckerrohrplantage und den schönen Männern. Nur die Ernährung sei ein wenig einseitig: schwarze Bohnen mit Reis. Und jede Menge Zucker. Davon gibt's genügend: sechs Kilo sollen jedem Kubaner im Monat auf Bezugschein zur Verfügung stehen. "Zu einer authentischen Reise in den Sozialismus gehört eben auch der Verzicht auf Extrawürste", sagt Heidi. Nun ja - beinahe, schränkt sie ein. Jeden Abend lud die Sozialismus-Touristin mit ihren Dollars die Arbeitskollegen auf eine Runde ins El Rapido ein, einer Art kubanischer McDonald's - Extrawürste im Brötchen für alle.

Preis p.P. jeweils ca. 1.100 Euro (Flug, einfache Unterkunft, Vollverpflegung und sämtliche Transfers).
Weitere Informationen unter www.cubasi.de;
Reiseverlauf und Termine unter www.cubasi.de/reisen/reisen-2002.htm

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