Mit seiner Annahme eines "verweigerten Geburtsrechts eines jüdischen Staates" als Position sogar derjenigen, die mit Israel einen Friedensvertrag haben, blendet Scharon die wahrscheinlichen Beweggründe für immer wieder einsetzenden Terror aus, nämlich die fortwährende Siedlung auf besetztem palästinensischen Gebiet. Leider hat der Interviewer nicht bei Scharon nachgefasst, ob mit schrittweiser Siedlungsaufgabe ein Terrorverzicht zu erreichen wäre.

Dr. Burkhard Menzel Marl

Ich möchte Ihnen Dank sagen für dieses Interview sowie für die Tatsache, dass in Ihrer Darstellung die einseitige pro-palästinensische Berichterstattung durch eine ausgewogenere Sichtweise ersetzt wurde. Denn es sind keine Israelis, die im Autonomiegebiet sich und andere Menschen mittels Selbstmordattentaten in den Tod reißen.

Hagen Kühner Neuhofen

Nicht nur durch das, was er sagte, sondern vor allem durch das, was er nicht sagte, hat Ariel Scharon deutlich gemacht, dass eins der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer friedlichen Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern er selbst ist. Nur ein Beispiel: Warum zählt er lediglich die toten und verwundeten Israelis und nicht auch die toten und verwundeten Palästinenser? Ich weiß wohl: Israelis werden ermordet, Palästinenser getötet. Verwerfliche "Terroristen" sind eben nur die anderen. Darauf gründet die Ideologie, der Scharon dient. Diese primitive Leitlinie bestimmt die isralische Politik gegen die Palästinenser, und mit militärischer Macht wird sie durchgesetzt. Die derzeitige Situation in den palästinensischen Gebieten ist nichts anderes als die direkte Folge einer mehr als 34-jährigen Besatzungspolitik, deren Ziel es ist, alle Ansätze zu einer gesunden ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklung der Palästinenser zu zerschlagen und ihr Selbstwertgefühl in jeder Weise zu demütigen. Dazu jedoch schweigt Scharon.

Prof. Olaf Schumann Hamburg