Im Dezember veröffentlichte das Handelsblatt das Zitat: Zuerst werden nur für Teile des Angebotes Gebühren erhoben - für exklusive Inhalte wie zum Beispiel ein Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin oder ein attraktives Spiel. Es war die Ankündigung von Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags, ab 2002 Geld für Inhalte auf www.bild.de zu verlangen. Die deutschen Zeitungen und Verlage bereiten sich darauf vor, ihre kostenlosen Internet-Angebote zu kommerzialisieren. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) leisten Unterstützung. In der virtuellen Bild-Zeitung sind unterdessen weder wohlfeile Putin-Interviews noch attraktive Spiele zu entdecken, für die man bezahlen muss. Ob Bild-Leser für Herrn Putin überhaupt Geld übrig haben, sei dahingestellt. Was sich schon jetzt bei bild.de finden lässt, sind Angebote in der Rubrik Erotik. Zum Preis von einem Euro können etliche Büro-Luder heruntergeladen werden - als Bildschirmschoner für den PC daheim oder im Büro. Es heißt, der neue Springer-Chef aktiviere alle erdenklichen Kräfte, um dem angeschlagenen Konzern zu einem profitablen Geschäftsmodell und neuen Ertragschancen zu verhelfen. Vielleicht lassen sich neue Synergieeffekte ja bei Klaus Helbert finden, Gründer der Proll-Zeitschrift Coupé. Im Mai bringt er die Wochenzeitung X-News auf den Markt - und ins Netz. In diesen Tagen scheint sich schließlich kein Verleger für jedwede Partnerschaft zu schade zu sein.