Wir Grünen haben seit dem Eintritt in die Regierung drei schwierige Jahre hinter uns. Die Koalition war noch nicht gebildet, da mussten wir uns schon mit etwas auseinander setzen, was wir immer als Alptraum empfunden haben: mit einer Entscheidung über Krieg und Frieden. Das haben wir uns nicht ausgesucht, und das ist ein sehr schwieriger Prozess für eine Partei, die aus guten Überzeugungen gegen den Krieg ist, jetzt aber Politik machen muss, um Kriegsursachen zu verhindern.

Ein Besuch beim Neujahrsempfang der PDS wäre für die westdeutsche Linke sehr instruktiv gewesen. Dort konnte man die Abteilung Veteranen sehen, angeführt von General Wolf und all den anderen Generälen: überzeugte Pazifisten mit Pazifistenorden und Pazifistenuniformen im Schrank und lauter pazifistischen Erinnerungen.

Einen "Sofortausstieg aus der Atomenergie" durch das Umlegen eines Schalters gibt es nicht. Nachdem die Grünen in der Erwartung die Latte so hoch gelegt haben, erschien das Atomausstiegsgesetz vielen als zu wenig.

Wir brauchen nicht RTL und ZDF, sondern können in jeder Sitzungswoche des Bundestages das Duell der Personen und der Positionen haben. Da oute ich mich als Verfassungskonservativer. Nach unserer Verfassung steht die Duell-Plattform im Deutschen Bundestag.

Die Entscheidung fällt nicht über die Kanzlerkandidaten. Das ist eine völlige Verkennung unseres Systems. Absolute Mehrheiten sind für keinen Kandidaten in Sicht. Deshalb werden die kleinen Parteien entscheidend sein.

Dass die PDS die linke Alternative ist, werde ich als Berliner Bürger jetzt erleben.

Das Desaster des real existierenden Sozialismus war nicht nur ein menschenrechtliches und soziales und ökonomisches Desaster, sondern auch ein Umweltdesaster. Für viele Menschen in den neuen Ländern war die Wende unter ökologischen Gesichtspunkten eine dramatische Verbesserung. Das macht die Themen der Grünen dort natürlich schwerer kommunizierbar, zumal auch angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und des Investitionsrückstands andere Dinge eine Rolle spielen.