Ulrich Beck, renommierter Soziologe und ehemaliges Mitglied der Zukunftskommission von Edmund Stoiber und Kurt Biedenkopf, kritisiert die Wirtschaftspolitik von Gerhard Schröder und Edmund Stoiber.

"Gerhard Schröder ähnelt seinem Vorgänger Helmut Kohl. Das Aussitzen der Arbeitslosigkeit führt dazu, dass ein zum Kohl gewandelter Schröder einen zum Schröder gewandelten Stoiber ermöglicht. Der Kanzler und sein Herausforderer gleichen sich fast bis aufs Haar", meint Beck.

Für den Soziologen, der sowohl an der Universität München als auch an der London School of Economics lehrt, bleibt die wichtigste Frage, woher neue Arbeitsplätze kommen können. "Bundeskanzler Schröder", so Beck, "kann den Wahlkampf nur unter einer Bedingung gewinnen: Dass er die bittere Wirklichkeit - Nullwachstum der Wirtschaft und vier Millionen Arbeitslose - endlich wahrnimmt."


Das angeschlagene Privatkundengeschäft der Commerzbank wird schon in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben, erwartet der zuständige Vorstand Martin Blessing. "Ich kann nur noch nicht genau sagen, in welchem Quartal", sagt Blessing. Im Jahr 2003 werde das Privatkundengeschäft der Commerzbank "auf jeden Fall Geld verdienen".

"Wie schnell wir unser Ergebnis drehen können, ist auch eine Wette auf den Kapitalmarkt", erläutert der seit November 2001 amtierende Blessing - schließlich hängen allein 40 Prozent der Erträge vom Anlagegeschäft, also von der Entwicklung der Börse, ab.

Langfristig, glaubt Martin Blessing, muss sich die Bank im Geschäft mit privaten Kunden an Wettbewerbern wie MLP oder der DVAG orientieren - also an Finanzdienstleistern, deren Mitarbeiter die Kunden auch spätabends beraten und dafür Gehälter bekommen, die sich weniger am Einsatz festmachen als am Erfolg. "Ergebnisorientierte Bezahlung" nennt er das.