Schriebe sie über sich selbst, klänge das wohl so: Sie kennt sie alle.

Die Superstars der Kultur. Pavarotti. Die Streisand. Hundertwasser. Justus Frantz. Sie hat mit ihnen geredet. Ganz offen. Ganz intim. Über Träume.

Glauben. Das Glück. Die Liebe. Den Sex und die Arbeit. Davon hat sie erzählt wie kein anderer. In "Bunte", in "Bild". Sie zeigt, was für Menschen die Genies sind. Nimmt die Angst vor der Kunst. Kann sie erklären, ganz einfach.

Ihre Leser lieben sie dafür. Danke, Dana.

Jetzt wird Dana Horáková, die Kunsterzieherin des Boulevards, Kultursenatorin in Hamburg. Das ist die letzte Pointe einer 84 Tage währenden Posse, die mit der Absage Nike Wagners im Oktober begann. Seitdem suchte der neue Bürgermeister Ole von Beust, CDU, eine parteilose Dame zur Verwaltung des Schönen, Wahren, Guten. Sogar alte Schlagerhitparaden wurden erfolglos nach Kandidatinnen durchforstet. Schließlich erinnerte sich von Beust daran, dass er als Erneuerer der Hamburger Politik angetreten war, und dachte sich etwas in der Tat Innovatives aus: Die Suche wurde outgesourct, wie man so sagt

fortan prüfte ein PR-Profi, der schon für Gerhard Stoltenberg Wahlkampf machte, rund 400 Bewerbungen. Seit November waberte der Name Horáková durch die Gerüchteküche (ZEIT Nr. 47/01), erst jetzt war die Journalistin weich gekocht. Nun will sie "Kultur vermitteln für Menschen, die das Licht der Welt nicht in einer Wiege mit Goethe unterm Ärmchen erblickten".

Doktor Dana Horáková, 54, geboren in Deutschland, Mutter Deutsche, Vater Tscheche. Aufgewachsen in Prag. Studiert Philosophie, Doktorarbeit über Meister Eckart, den Mystik-Guru, und Martin Heidegger, das Denkgenie.