Die Siegerfotos von Salt Lake City werden völlig anders aussehen als die aus dem japanischen Nagano. Vor vier Jahren überragten beispielsweise die Ski von Hilde Gerg und Hans-Petter Buraas die Slalomsieger um fast einen Kopf.

Ihre Nachfolger bei der Winterolympiade 2002 werden dagegen mühelos über die Skispitzen schauen können

von über zwei Metern sind die Rennlatten auf unter 1,60 Meter geschrumpft. Dafür haben sie vorn und hinten breite Schaufeln und dazwischen eine Taille, die ungefähr noch halb so breit ist wie die Skispitze.

Die Ski von 2002 haben nur noch wenig mit den langen Rennlatten von 1998 gemeinsam. Zumindest im Slalom und Riesenslalom hat es eine kleine Revolution gegeben. Selbst hoch aufgeschossene Läufer schnallen nur noch 1,56 Meter lange Rennski unter - noch kürzere Bretter verbietet das Regelwerk des Internationalen Skiverbands (FIS).

Mit dem taillierten Gerät kann man wesentlich engere Kurven fahren.

Freizeitfahrer "carven" schon seit einigen Jahren auf solchen Brettern über die Pisten. Der Rennzirkus brauchte etwas länger. Erst zur laufenden Saison haben alle auf die Taillenski umgestellt. Wie einige Jahre zuvor, als die Skiflieger zum V-Stil übergingen, dauerte es einige Zeit, bis sich die neue Technik durchsetzte. Die letzten Rennläufer haben sich erst beim Sommertraining 2001 an die Kurzski gewöhnt. In Salt Lake City nun wird kein Slalomspezialist mehr auf langen Brettern abfahren. Einige ältere Athleten haben sogar ihre Karriere beendet, weil sie die neue Fahrtechnik nicht lernen wollten.

Der Siegeszug der Taillenski begann im Dezember 1999, als der Norweger Finn-Christian Jagge den ersten Carving-Slalomsieg errang. Im Januar 2000 schoss ein Tiroler Nachwuchsfahrer namens Mario Matt vom eigentlich aussichtslosen Startplatz 47 an allen Stars vorbei aufs Siegertreppchen von Kitzbühel. Nur ein Jahr später wurde Matt Weltmeister. Und das österreichische Team, das früh auf die neue Technik gesetzt hatte, war im Slalom vorübergehend kaum zu schlagen. Matt blieb mit beiden Beinen am Boden, ohne den bisher üblichen kurzen Umsteigeschwung. Breit- und beidbeinig umkurvte er die Stangen. Carving-Fahrer belasten nicht mehr den Talski, sondern beide Ski möglichst gleichmäßig.