Mutter und Kind sind mit der elektronischen Sitzverstellung beschäftigt, die Sessel haben sie so weit nach hinten geschoben, dass sich ihr Kichern anhört, als käme es aus dem 500-Liter-Kofferraum. Im Liegen suchen sie die Knöpfe zum Aufstellen der Lehnen und aktivieren dabei alle anderen Serienextras. Zwei beleuchtete Schminkspiegel klappen aus der Decke. Fenster, Geheimfächer und Aschenbecher fangen an zu surren, ein durchsichtiges Rouleau verdunkelt das Heckfenster. Auf dem flauschigen Teppichboden landet eine Packung Vanilleeis.

Der Freund im Beifahrersitz stellt sein Getränk in den Halter der Armlehne und entdeckt dabei das versenkte Telefon (GSM-Verkabelung!). Leider gibt er dreimal die falsche PIN ein. Die von Mercedes mitgelieferte Karte ist danach gesperrt. Aber die Playstation vor ihm hat noch andere lustige Knöpfe, mit denen man sich ewig beschäftigen kann. Mit der TV-Taste versucht er den Fernseher im Cockpit zu aktivieren (das kostet allerdings 1670,40 Euro extra) und murmelt etwas von einem »super Film im WDR«, als plötzlich ein greller Piepston die Insassen des gedämpften Innenraums erschreckt. Circa 200 Meter vor dem Auto hat ein Mensch die Straße überquert und damit den Abstandsregeltempomaten Distronic (2320 Euro Aufpreis) aktiviert.

Testfahrerin: »Hey, das war mein Fahrlehrer!«

Beifahrer: »Was, der Typ mit der Dauerwelle?«

Der Fahrlehrer steht am Straßenrand und glotzt unterwürfig in die S-Klasse. Vielleicht hat er die Testfahrerin erkannt, die er vor zehn Jahren schikaniert hat.

Aber er hat Glück. Mit der eingebauten Bremsanlage (hydraulische Zweikreisbremse mit Unterdruckverstärker und Brake-Assist, innenbelüftete Scheibenbremsen, ABS, BAS) könnte man ihm mit diesem Auto lässig aus drei Meter Entfernung einen Mercedes-Stern in die Lederjacke stempeln, ohne dass er das merken würde.

8,2 Sekunden nach diesem Zwischenfall steht das Auto schon fast in Berlin. So schnell kann man unseren Mercedes von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigen.