Tatort So., ARD, 20.15 Uhr

Fast wären die Dreharbeiten für diesen Tatort letzten Sommer gescheitert.

Doch die Maul- und Klauenseuche blieb fern, und die beiden Bayern-Kommissare Batic und Leitmayr konnten sich wie geplant in einem Schafzuchtbetrieb bei München schmutzige Schuhsohlen holen - und ihren armen Assi Carlo zum 31. Mal gnadenlos scheuchen. Franz Xaver Kroetz mimt einen grantigen Patriarchen, der auf seinem abgewirtschafteten Hof im Schatten der Hochhäuser am Stadtrand ums Überleben kämpft. Der Krimi lebt nicht so sehr von seiner uralten Vater-Sohn-und-Scholle-Geschichte als von der Atmosphäre zwischen Stadt und Land, eingefangen in delikaten Bildern von Kameramann James Jacobs.

Peymanns Stuttgarter Kinder So., 3sat, 21.45 Uhr

Harald Schmidt und Schauspieler Sebastian Koch sind nur zwei der legitimen schwäbischen Kinder von Claus Peymann. In den siebziger Jahren Schauspieldirektor am Stuttgarter Staatstheater, brachte er die weite Welt ins enge Ländle von Filbinger und Stammheim. Viele junge Menschen wählten sich den gefeierten und angefeindeten Regisseur zur Vaterfigur. Mit Peymann und fünf der Enthusiasten von einst hat sich Martina Döcker unterhalten. Ihr kurzweiliger Film erinnert zugleich an eine Sternstunde der Bühnengeschichte und ein längst verflossenes Jahrzehnt - und empfiehlt sich der Generation Schmidt genauso wie Stuttgarter Senioren.

Futurama Mo., ProSieben, 21.15 Uhr

Na endlich, es wurde auch Zeit! Die neue Futurama-Staffel! Während mich Matt Groenings gelbköpfige Simpsons noch nie vor den Bildschirm locken konnten, bin ich dem Zeichentrick-Nachfolger Futurama unkritisch erlegen.

Pizzabote Fry, versehentlich tiefgekühlt, ist im Jahr 3000 wieder aufgetaut.

Mit seinen skurrilen Freunden, darunter die Zyklopin Leela und der zynische Roboter Bender, erlebt Fry witzige Weltraumabenteuer. Heute erbt Frys Blechfreund ein Spukschloss. Woher stammt dies unheimliche hupen?

Bis in die zeichnerischen Details hinein strotzt die Serie vor Anspielungen und Parodien auf die US-Kultur und Science-Fiction.

Der heimatlose Europäer Mi., 3sat, 20.15 Uhr

Über die Seichtheit seiner tiefen Sätze machte sich Karl Kraus gehörig lustig. Dennoch (oder deshalb?) wurden die Werke des 1881 in Wien geborenen Bürgersohns Stefan Zweig von seinen Zeitgenossen viel gelesen. Seinem 60.

Todestag würdigt 3sat den Autor der häufig zitierten Welt von gestern zwischen 23. Februar und 16. März mit einem Programmschwerpunkt. Zu sehen sind vor allem Verfilmungen von gestern, vorgestern und vorvorgestern. Als Neuproduktion gibt es heute einen kreuzbrav gemachten Überblick über das an Widersprüchen reiche Leben des depressiven Schriftstellers, der sich 1942 im Exil in Brasilien zusammen mit seiner Frau Lotte vergiftete.

Der Liebling der Deutschen Mi., ARD, 21.45 Uhr

Ein Freund, ein guter Freund ... war Heinz Rühmann den Deutschen fast sein ganzes Leben lang. Nur in der Nachkriegszeit war der kleine Mann, der am 7.

März 100 Jahre alt geworden wäre, kurzzeitig Kassengift. Ulrike Kahles Porträt liefert den biografischen Hintergrund zu den vielen Rühmann-Filmen, die zurzeit zu sehen sind. Kein NSDAP-Mitglied, von den Nazis aber wohl gelitten, war er als Star Repräsentant des Systems, kommentiert Kahle seine umstrittene Rolle. Als Mensch eher gefürchtet für seine Kälte, gab es für ihn beruflich kein Entkommen aus der Rolle des warmherzigen Rührmich.