Ein unscheinbarer Mann, Japanischlehrer an einer Provinzschule, wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, wird wegen guter Führung, und weil er überdies seine Tat zu bereuen scheint, auf Bewährung entlassen. Doch die Welt, in die er nach langer Zeit eines stillen, geregelten Daseins, dem er sich völlig unterworfen hatte, treten darf, beunruhigt ihn: Er soll nun selbstständig für sich sorgen, eine Arbeit finden und mit einer kaum wiedererkennbaren Wirklichkeit zurechtkommen. Nicht nur die Preise verwirren ihn und die Fülle des Warenangebotes, in dem er nicht zu wählen weiß, Rolltreppen bereiten ihm Angst, die neuen Wohnsilos aus Beton verstören ihn

er schottet sich ab, in seiner kleinen Behausung starrt er stundenlang vor sich hin. Die Vergangenheit, die er vor allen Menschen verbergen möchte, begleitet ihn in seinen Vorstellungen, sodass sich die Zeiten stets ineinander schieben, ja überlagern.

Mit einer sinnfälligen Fülle von uns sonst selbstverständlichen Einzelheiten weiß der Erzähler den Prozess der Rückgewöhnung an den Alltag zu vergegenwärtigen, doch auch die Ängste eines Mannes, der seine Frau in den Armen eines Liebhabers fand, den er verletzte, indes er die Frau, die treulose, mit mehreren Stichen eines Küchenmessers tötete, um dann sofort den geflüchteten Mann zu verfolgen, dem er aus Rache und tiefer Verletztheit und wie von Sinnen das Haus über dem Kopf anzündete. Das war über ihn gekommen, als in seinem Kopf etwas zinnoberrot explodierte. Von wirklicher Reue kann keine Rede sein. Auch ein heimlicher Besuch in seinem Heimatort, um die Seele der Mutter des Verführers, die damals in den Flammen ungekommen war, zu versöhnen, wird nicht zu einem Akt der Reue.

So lebt er nun vor sich hin, arbeitet brav in einer Geflügelfarm, also in einem dieser furchtbaren Zuchthäuser für die Produktion von Eiern und Schlachtgeflügel. Nach und nach gewöhnt er sich an vieles, auch an ein wenig Alkohol, an die fürsorgliche Aufsicht von Bewährungshelfern und Betreuern - nur die Angst wird er nicht los, plötzlich erkannt und von anderen Menschen mit seiner Tat identifiziert zu werden.

Schließlich schlägt man ihm eine Heirat vor

sie könnte ihn wieder daran gewöhnen, frei und ein Mensch unter Menschen zu sein, so war es jedenfalls von den fürsorglichen Betreuern gedacht. Auch meint es die Frau, die seine Vergangenheit kennt, nur gut mit ihm: Entsetzt, dass er bis zum Ende seiner Tage auf einen Betreuer angewiesen sein soll, erkundigt sie sich nach den Möglichkeiten einer Begnadigung. Da er es nicht wagt, nimmt sie die Sache in die Hand und erfährt, dass neben einwandfreier Führung vor allem wirkliche, aufrichtige Reue unerlässlich ist. Von einem Besuch an den Gräbern der Opfer wird abgeraten, so kauft sie Holztäfelchen, die man beschriften, aufstellen und vor denen man wie vor einem improvisierten Altar für die Seelenruhe der Toten beten kann.

Doch so viel Fürsorge verstört Kikutani. Wieder wird es zinnoberrot in seinem Hirn, er reißt die Tür der kleinen Wohnung auf und wirft die arme Frau buchstäblich aus dem Haus. Dass sie dabei die Treppe unglücklich hinunterstürzt, das hat er sicher nicht gewollt. Er eilt zu seinem Bewährungshelfer, als könnte der ihm erklären, was geschehen ist: "Kikutani verneigte sich vor seinem Betreuer und sah ihn fast schmeichelnd bittend an."