Die Kontrolleure schlugen am 27. April 2001 zu: Mit sofortiger Wirkung entzog das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen dem Bad Mergentheimer Bankhaus Partin die Banklizenz. Begründung: Nach hohen Verlusten konnte die Tochtergesellschaft des Finanzdienstleisters Göttinger Gruppe kein Eigenkapital mehr vorweisen, und ein tragfähiges Sanierungskonzept lag ebenfalls nicht vor. Dennoch mussten die Kunden nicht um ihre Ersparnisse fürchten. Weil das Geldhaus dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) angehörte, sprang dessen Einlagensicherungsfonds ein.

Pro Kunde sind bei privaten Banken, die dem BdB angehören, bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank abgesichert - und damit liegt die Obergrenze schon für Kunden kleinerer Banken im Millionenbereich. Vergleichbare Sicherheit bieten die Sparkassen und die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken. Bei den Sparkassen springen die Kommunen und Landkreise ein, wenn das Institut in eine finanzielle Schieflage gerät. Die Volks- und Raiffeisenbanken verfügen wie die privaten Banken über einen eigenen Garantiefonds, der bei notleidenden Instituten die Liquidität sichert.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Nicht alle deutschen Banken gehören einer verbandseigenen Sicherungseinrichtung an - und dann springt nur die von der Europäischen Union geforderte gesetzliche Mindestsicherung ein. 90 Prozent des Guthabens, höchstens jedoch 20 000 Euro pro Anleger, werden im Konkursfall erstattet. Bei der Kontoeröffnung müssen solche Institute den Neukunden jedoch auf den reduzierten Anlegerschutz hinweisen. Zu den Geldhäusern, die nur die Minimalanforderungen erfüllen, zählen die Umweltbank in Nürnberg und die BFI-Bank in Dresden.

Über den EU-Mindeststandard geht die Einlagensicherung in den Niederlanden hinaus, nach deren System die in Deutschland aktiven niederländisch-türkischen Direktbanken versichert sind. Zwar gilt auch hier pro Anleger die Obergrenze von 20 000 Euro, aber im Fall der Bankenpleite erfolgt bis zu diesem Limit die Rückzahlung des vollen Guthabens. "Damit sind Kunden dieser Institute besser abgesichert als diejenigen, die bei einer deutschen Bank mit minimaler Einlagensicherung Geld anlegen", sagt Thomas Bieler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In einigen anderen Euro-Teilnehmerstaaten gibt es sogar noch mehr Sicherheit für die Anleger. In Portugal sind Guthaben bis 33 750 Euro abgesichert, in Frankreich liegt die Grenze bei 60 900 Euro, und italienische Bankkunden können sogar bis zu einem Guthaben von 103 000 Euro ruhig schlafen.

Muss ein ausländisches Geldhaus die Zahlungsunfähigkeit anmelden, wird dies von der jeweiligen Zentralbank in Pressemitteilungen und Anzeigen bekannt gegeben. Die Anleger müssen dort dann ihre Ansprüche geltend machen. "Dabei gibt es unterschiedliche Verjährungsfristen", sagt Bieler. In den Niederlanden müssen Guthaben innerhalb von fünf Monaten gemeldet werden, in Frankreich gilt eine Entschädigungsfrist von vier Jahren.

Bieler empfiehlt, vor der Geldanlage stets die Einlagensicherung des Instituts unter die Lupe zu nehmen. "Sparer sollten auf keinen Fall mehr Geld anlegen, als über die Sicherungseinrichtung gedeckt ist", sagt der Verbraucherschützer. Wer mehr anlegen will, sollte sein Geld entweder auf verschiedene Institute streuen oder für mehrere Familienmitglieder Einzelkonten eröffnen. Bei Gemeinschaftskonten von Ehepaaren gilt das Limit für jeden einzelnen Partner, sodass sich in diesem Fall das gesicherte Gesamtguthaben auf den doppelten Betrag erhöht. Allerdings springt die Einlagensicherung nur bei Kontoguthaben und Sparbriefen, die auf den Namen des Anlegers ausgestellt sind, ein. Leer gehen hingegen diejenigen aus, die Aktien, Genussscheine oder Inhaberschuldverschreibungen des Pleite gegangenen Instituts besitzen.