Am vergangenen Mittwoch saß Signor Giorgio Corbelli nach turbulenten Zeiten wieder sicher hinter seinem Schreibtisch im Mailänder Auktionshaus Finarte. Finarte gehört zu den zehn größten Versteigerungshäusern der Welt, Jahresumsatz rund 39 Millionen Euro. Und Signor Corbelli ist Anteilseigner.

Wer mit ihm reden will, wird abgewiesen

die rücksichtsvolle Pressesprecherin Angelica Cigogna Mozzoni stellt keine Anrufe durch. Schließlich hat der Verwaltungsmann und Teilhaber eine nicht ganz so bequeme Lebensphase hinter sich

er saß seit dem 13. März in Italien in Untersuchungshaft

außerdem sieht er mehreren Prozessen entgegen.

Die Fäden der Affäre sind so verwirrend ineinander geschlungen wie eine Portion Spaghetti. Giorgio Corbelli, 56, ist nicht nur Anteilseigner von Finarte, das mit Lempertz in Köln, dem Dorotheum in Wien, der Zürcher Galerie Koller und weiteren renommierten Häusern als International Auctioneers bei Gemeinschafts- und Simultanauktionen assoziiert ist. Auch am zweitgrößten italienischen Auktionshaus Semenzato in Venedig hält er reichlich Anteile.

Und nicht zuletzt ist er (derzeit noch) Präsident des einst ruhmreichen Fußballclubs SSC Napoli.