Familien Die Union will ein "Familiengeld" in Höhe von 600 Euro monatlich für jedes Kind bis zum dritten Lebensjahr einführen. Finanziert werden soll es zum Teil dadurch, dass andere staatliche Transfers für Familien, etwa das Kindergeld, gebündelt werden. Die Sozialdemokraten wollen das Kindergeld schrittweise auf 200 Euro anheben, außerdem sollen Berufstätige einen größeren Teil der Betreuungskosten steuerlich absetzen können. Der Ausbau von Ganztagsschulen - eigentlich Angelegenheit der Bundesländer - soll mit einem Programm "Zukunft Bildung und Betreuung" unterstützt werden. Vier Jahre lang soll es laufen.

Kostenpunkt: vier Milliarden Euro. "Durch das Programm kann es bis zum Jahr 2007 in Deutschland 10 000 zusätzliche Ganztagsschulen geben", heißt es im Wahlpapier der SPD.

Bildung Die Union will das Hochschulrahmengesetz komplett abschaffen und die Verantwortung für die Hochschulpolitik vollständig an die Länder zurückgeben.

Damit würde auch die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) überflüssig - eine Forderung, die auch die FDP erhebt. Anstelle der ZVS sollen die Universitäten und Fachhochschulen selbst darüber entscheiden, wer bei ihnen studieren darf. Die SPD will Schulen mehr Autonomie, etwa bei der Personalauswahl, gewähren und Lehrer in ihrer unterrichtsfreien Zeit zur Weiterbildung verpflichten. Ein flächendeckendes Angebot von Bachelor- und Master-Abschlüssen soll außerdem die Studienzeiten verkürzen.

Wirtschaft und Arbeit Beide Volksparteien wollen Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammenlegen, schweigen aber über Einzelheiten. Die Union möchte zudem die Arbeitslosigkeit mit Kombilohn-Modellen bekämpfen und den Kündigungsschutz so reformieren, dass ältere Beschäftigte sich auch gegen den vollen gesetzlichen Schutz entscheiden und stattdessen mit dem Arbeitgeber eine Abfindung vereinbaren können. Die Sozialdemokraten wollen vor allem Überstunden und Teilzeitarbeit abbauen. Das Bündnis für Arbeit soll auch nach der Wahl weiterbestehen.

Sozialpolitik Die Union möchte nach dem Motto "Dreimal vierzig" neben der Staatsquote und dem Spitzensteuersatz auch die Lohnnebenkosten unter vierzig Prozent drücken - ein Ziel, das die SPD in ihrer Koalitionsvereinbarung mit den Grünen vor dreieinhalb Jahren ebenfalls fixiert hatte. Im aktuellen SPD-Wahlprogramm ist davon keine Rede mehr. In der Gesundheitspolitik unterscheiden sich beide Parteien deutlich: Die Union spricht sich für mehr Wahlmöglichkeiten aus - die Versicherten sollen sich auch für Selbstbeteiligungen und damit für niedrigere Sozialbeiträge entscheiden können. Die SPD lehnt solche Optionen strikt ab. Ihre Begründung: Wahltarife würden vor allem von jungen, gesunden Versicherten genutzt, der Rest der Versichertengemeinschaft dagegen müsse mehr zahlen. Die SPD will zudem den Wechsel in die privaten Versicherungen.

Dazu soll die Pflichtversicherungsgrenze angehoben werden.