Arme hoch und Beine breit! Mit dem Auftritt eines Tanzmariechens eröffnete am letzten Wochenende das K21, Ableger der Kunstsammlung NRW und Düsseldorfs neuer Hort für zeitgenössische Kunst. Trotz der eher peinlichen Lockerungsübung in Sachen Lebenslust konnte das Haus nicht verbergen, wie todernst es ihm mit seinem Ansinnen ist, das Museum für die Kunst unserer Tage zu retten. Der Architekt Professor Kiessler hat das Raschdorffsche Ständehaus (Baujahr 1876) vor einer Karriere als Kasino bewahrt und zu einer repräsentativen, ja imposanten Heimstätte für die Kunst gemacht. Eine Kunst, die sich aus drei exquisiten, konzeptionsstarken Sammlungen (Ackermans, Schürmann, Speck) rekrutiert. Wer da noch mit Vorwürfen kommt, muss sich selbst einen gefallen lassen: den der Pedanterie. Das Hauptaugenmerk des Projektes liegt darauf, die Idee des Museums selbst zu musealisieren. Der Schnelllebigkeit heutiger Kunstproduktion stellt es die Langsamkeit des konservierenden Apparats entgegen: nicht als Qualitätsbremse, sondern als -schleuse. Damit begibt sich das neue "Museum des Museums" bewusst auf die Schwelle zum Scheitern - und das tut es dann auch. Unüberwindbar ist und bleibt der Bruch zwischen der Exklusivität der Institution und der Realität heutiger Kunst- und Lebenspraxis. Wie prädestiniert wirkt da auch die Eröffnungsausstellung mit Werken der Düsseldorfer Künstlerin und "Museumsvisionärin" Katharina Fritsch (bis zum 8. September). Ihre anonymisierten, sterilen Figuren- und Objektensembles musealisieren sich gleich selber. Das Lachen, das ihre Ironie angeblich hervorruft, befreit nur gelegentlich, angesichts mancher Platitüden bleibt es oft genug im Halse stecken.