Israel hat seinen Antiterrorfeldzug nach 24 Tagen beendet

ob das Resultat das Blut und die Zerstörung rechtfertigt, kann nicht allein an Verhafteten und Getöteten von Hamas, Dschihad, PFLP und Al-Aksa gemessen werden. Auch nicht an ausgeräumten oder gesprengten Bombenfabriken. Oder zerschlagenen Terrorzellen. Denn eine internationale Untersuchung der Geschehnisse im verwüsteten Stadtkern von Dschenin steht noch aus.

Doch geht die Frage noch tiefer. Ein Antiterrorkrieg dieser gnadenlosen Art lässt sich nur rechtfertigen, wenn er sein Ziel erreicht, nämlich künftigen Terror zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Und spätestens hier stellt sich die politische Frage - so sehr sie auch im Lärm der Selbstmordbomben und Panzerketten erstickt worden ist: Was kommt danach? Lassen wir Hamas und Dschihad hier beiseite, für sie bedeutet "Palästina" die Auslöschung Israels.

Aber die anderen? Sie brauchen eine Perspektive, und die muss heißen: Israel plus Palästina.

Wenn es aber zutrifft, was die israelische Zeitung Ha'aretz meldet - dass Ariel Scharon seinem Kabinett erklärt hat, er werde in seiner Regierungszeit keine einzige Siedlung räumen -, dann ist das eine Perspektive, die nicht einmal den Zipfel eines lebensfähigen Palästinenserstaates aufscheinen lässt.

Das Signal lautet: Wir werden einfach nur kämpfen und zurückschlagen. Wer den anderen aber keine Zukunft zeigt, wird immer nur die Vergangenheit ernten.

Und die besteht aus Blut, Hass und Tränen.