Die erste Assoziation lautet schlicht Akte X und führt zur offenbar endlosen, jüngst mit Kevin Costners Im Zeichen der Libelle fortgesetzten Mystery-Welle: Der Washington Post-Journalist John Klein (Richard Gere) verliert seine Frau bei einem Autounfall unter ominösen Umständen. Etwas Unerklärliches, eine Art geflügeltes Lichtwesen, scheint die Ursache gewesen zu sein. Jahre später findet sich Klein bei einer nächtlichen Autofahrt unversehens und unerklärlich 400 Meilen von seiner Route in einer Kleinstadt wieder, in der ihn ein verängstigter Einwohner (Will Patton) bereits erwartet. Als Klein erfährt, dass an diesem Ort genau jenes Wesen mehrfach gesichtet wurde, das auch seine Frau beschrieben hatte, entschließt er sich zu bleiben. Diese Entscheidung wird zum Mittelpunkt von The Mothman Prophecies - jedoch nicht nur, weil daraus unheimliche Entdeckungen und Begegnungen der dritten oder vierten Art folgen. Was Mark Pellingtons (Arlington Road) Film von anderen Beispielen der Mystery-Hysterie trennt, ist die Ruhe, mit der er seine Geschichte erzählt, und dabei zugleich die eigentliche Bedeutung des Geheimnisvollen verhandelt. Indem sich The Mothman Prophecies ganz und gar auf Richard Gere und seine Einsamkeit am fremden Ort konzentriert, geht es hier auch um die Sehnsucht nach dem übernatürlichen Sinn, nach dem "Dahinter" in einer Welt, die nicht die seine/unsere ist. Unheimlich wird hier weniger die Existenz des Titel gebenden Mysteriums als vielmehr das so drängende Bedürfnis danach, es (im Kino) zu finden.