Da saßen sie denn und ließen den Geldsegen des Bundesministeriums der Kultur auf die demütigen Branchenhäupter niederprasseln. Die diesjährige Nominierungsgala zum Deutschen Filmpreis war so wenig galahaft wie schon lange nicht mehr. Aber wollen wir ihn überhaupt, den Glamour, wenn er doch wieder nur aus Sky Dumont und ein paar unbekannten Schönen besteht? Was wir jedenfalls nicht wollen, sind Hellmuth Karasek und Volker Schlöndorff, die bis verdammt in alle Ewigkeit über den seligen Billy Wilder plappern ("Also mir hat der Billy mal gesagt ...), Moderatorinnen, die den Kulturstaatsminister nach seinem liebsten Bad in der Menge befragen, und winzige Häppchen, auf die man sich in krähenhafter Gier stürzen muss. In der Gemischtwarenhandlung der nominierten deutschen Filme (immerhin jeweils 250 000 Euro) fehlten zudem die zwei Extremausläufer des Jahrgangs: Dominik Grafs formal wagemutiger und auf der Berlinale kontrovers diskutierter Film Der Felsen und der Blockbuster Der Schuh des Manitu. Michael Herbigs elf Millionen Zuschauer schwere Western-Parodie und ihr Sergio-Leone-auf-Apfelkorn-Humor bekamen zumindest einen alibihaften kleinen Sonderpreis.