Zenme hai bu hui jia!" Sie haben kein Wort verstanden? Macht nichts, wir klären das später. Gehen Sie erst einmal ein paar Türen weiter. Zum Beispiel in Raum 32, da werden Sie mit einem vertrauter klingenden "Welcome" empfangen, in Raum 15 mit "Bienvenu". In Zimmer 11 wird's schon wieder ungewohnter: Mit "Marhaba" begrüßt man sich auf Arabisch.

Willkommen im Club. Im Hamburger Sprachenclub pro linguis, genauer gesagt.

Dem einzigen seiner Art in Deutschland, da sind sich die Mitglieder ganz sicher. Wahrscheinlich sogar in ganz Europa, aber das lasse sich schwer überprüfen, sagen sie. Eine eigenwillige Mischung aus Verein, Freundeskreis und Sprachschule ist dieser Club. Zweites Zuhause für die einen, schlichter Unterrichtsort für die anderen, und das seit 1947. Hier wird nicht nur Grammatik gepaukt, es gibt Opernabende und spanische Nächte, Thanksgiving wird genauso gefeiert wie das japanische Kirschblütenfest. Im Clubrestaurant beherrscht man die mexikanische Küche ebenso wie die italienische. Und manche haben hier den Partner fürs Leben gefunden.

Der Sommerurlaub rückt näher, und das Gewissen wäre weniger schlecht, könnte man im Ausland mehr als das übliche "Danke-Bitte" von sich geben. Wieder durch keinen Crash-Kurs gekämpft, wieder keine teure Sprachreise gebucht. Das Problem haben die Mitglieder von pro linguis nicht. Sie lernen gemütlich, aber stetig über Jahre hinweg.

In dem eleganten Stadthaus an der Rothenbaumchaussee zwischen Alster und Universität herrscht das, was gern als babylonisches Sprachgewirr bezeichnet wird. Im Erdgeschoss hängt der aktuelle Sprachenplan: Arabisch und Chinesisch, Englisch und Französisch, Russisch, Hebräisch oder Spanisch - elf Sprachen werden derzeit unterrichtet. Von Montag bis Freitag zwischen vier und halb zehn haben die knapp tausend Clubmitglieder die Wahl: Es gibt Kurse für Anfänger, für Fortgeschrittene, Konversations- und Literaturkurse.

Arabisch für Fortgeschrittene, dienstags von acht bis halb zehn Uhr abends: Sechs Lernwillige sitzen um zusammengeschobene Tische, fünf Frauen, ein Mann.

Vor sich Kaffeetassen und Lehrbücher. Lektion 11 ist aufgeschlagen. Auf der Seite sind nur ineinander verschlungene Linien zu erkennen. "Ada muhammad ila funduq", liest der Lehrer vor - "Mohammed geht ins Hotel zurück". Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Die Grammatikregeln erklärt Said - im Club begnügt man sich mit Vornamen - auf Hocharabisch. Er kommt aus Ägypten, hat an der Al-Azhar-Universität in Kairo Literatur studiert. Dagmar fragt nach, ebenfalls auf Arabisch.