Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird Russland zum Weltführer in Sachen Softwareentwicklung. Spätestens im Jahr 2050 werden wir Signale von einer Intelligenz außerhalb unseres Sonnensystems empfangen. Ebenfalls bis spätestens 2050 werden maschinelle Wesen ein Bewusstsein entwickeln. Und was das Universum angeht, so wird es irgendwann aufhören zu expandieren. Totaler Unsinn? Dann wetten Sie doch dagegen! Seit wenigen Tagen betreibt die Long Bets Foundation ein virtuelles Wettbüro für Visionäre und solche, die es werden wollen.

Wie das amerikanische Computermagazin Wired in seiner Mainummer berichtet, haben bereits 17 Fachleute ihr Geld und Ansehen in die Waagschale geworfen, und es werden täglich mehr. Die Themen sind breit gestreut und reichen von Transport, Verlagswesen und künstlicher Intelligenz über Astronomie, Software, Nachrichten und Sport bis hin zu Biowaffen, Medizin und Physik.

Schon Kepler hat gewettet

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Wired-Redakteur Kevin Kelly und Stewart Brand, Gründer des Online-Salons The Well. Ziel der Long Bets Foundation ist es, die Menschheit im Allgemeinen oder zumindest die Wissenschaft im Besonderen voranzubringen und vor allem das langfristige Denken zu fördern. Deshalb werden Wetten auf das Wetter von übermorgen oder auf die Ergebnisse der aktuellen Champions League nicht akzeptiert. Dafür gibt es schließlich die traditionellen Buchmacher.

Dagegen sind Wetten wie die von Johannes Kepler schon eher im Sinne der Long-Bets-Erfinder: Kepler wettete im Jahr 1600, er werde die Umlaufbahn des Planeten Mars in nur acht Tagen berechnen. Tatsächlich nahmen seine Kalkulationen fünf Jahre in Anspruch. Die Wette hatte Kepler also verloren.

Aber sein Ergebnis, dass nämlich die Umlaufbahn des Mars keinem Kreis, sondern vielmehr einer Ellipse entspricht, war ein enormer Gewinn - für Keplers Ansehen und die Wissenschaft insgesamt.

Unter Wissenschaftshistorikern gilt Keplers Wette als die erste ihrer Art.