Er wurde berühmt, weil er einen Staatsstreich verhindern half und zwei Bürgerkriege beendete - nicht wenig für einen General. Alexander Lebed stellte sich 1991 auf Boris Jelzins Seite gegen die Putschisten aus Armee und KGB. Er stoppte die blutigen Auseinandersetzungen in Moldawien mit eiserner Faust und den ersten Tschetschenien-Konflikt durch Verhandeln. Was er dem damaligen Präsidenten Jelzin wegen des Einmarsches im Kaukasus an den Kopf warf, war kaum druckreif. Der General mit dem Bass redete derb und volksnah, verblüffte aber zugleich mit Sprachwitz und literarischen Kostproben.

Er war einer der wenigen russischen Generäle, die politische Verantwortung suchten. Bei der Präsidentenwahl wurde er Dritter hinter Jelzin und dem Kommunistenchef Sjuganow. Er landete im Vorzimmer der Macht, doch an die leisen Schritte auf den Kremlteppichen gewöhnte er sich nicht. Das Moskauer Establishment verachtete den poltrigen Haudegen, der die Korruption anprangerte.

Lebed flüchtete sich in die Provinz. Als Gouverneur von Krasnojarsk verstrickte er sich in Kleinkriege mit Aluminiumbaronen, Journalisten und Beratern. Seine widersprüchlichen Entscheidungen trugen zum Ruin der lokalen Wirtschaft bei. "Ich wollte immer nach oben, zum Himmel", erklärte der Fallschirmjäger-General einmal. Am 28. April stürzte Lebed mit dem Hubschrauber ab. Er starb im Alter von 52 Jahren. jv