die zeit: Als Konditormeister im Odenwald wurden Sie vor fünf Jahren Weltmeister. Das hat Ihr Leben verändert. Wie kam das?

Bernd Siefert: Der Internationale Konditorenbund lädt alle zwei Jahre zum Wettkampf ein. 1997 war das Thema: Ein märchenhafter Kindergeburtstag. Wir mussten eine Rieseneisbombe bauen, Pralinen und Petit Fours anfertigen, eine gewaltige mehrstöckige Torte, eine Schokoskulptur und ein ausgefallenes, ebenso riesiges Eiscremekunststück. Unsere Familie ist schon seit 250 Jahren im Gastgewerbe. Nach meinem Vater bin ich der zweite Konditormeister.

zeit: Ihr Familiencafé Siefert in Michelstadt heißt seitdem Weltmeister-Café.

Wie häufig sind Sie noch dort?

Siefert: Drei Tage bin ich in Michelstadt, mache Konzepte und probiere Rezepte aus. Drei Tage bin ich auf Reisen. Von Las Vegas bis nach Fleesensee.

Mit dem Weltmeistertitel kam die Popularität. Ich wurde überall herumgereicht. Jetzt zeige ich gegen Geld Hotelgästen die Kunst des Zuckerziehens, und das Küchenpersonal anspruchsvoller Häuser kann bei mir lernen, wie man richtig Desserts macht. Industrieunternehmen lassen sich von mir beraten, was Geschmack und Dekor ihrer Produkte betrifft. Andere buchen mich für Events. Ich stelle mein Können zur Schau.

zeit: Haben Sie ein heiliges Tortengesetz?