Ähnliches zu Erich Kästner oder Hans Fallada). Das alles ist bester Zuckmayer! Der verehrte Gerhart Hauptmann, dem Alfred Kerr 1933 den Fluch des enttäuschten Freundes entgegenschleuderte, kommt nicht vor. Aber auch Kolbenheyer nicht, und gegen Hans Grimm (Volk ohne Raum) ist er verständnissanft.

Zuckmayer ist also fern von pauschaler Verdammung. Aber er macht etwas, was ihm im Grunde fremd oder gar widerlich sein musste. Er kategorisierte, teilte Menschen ein in ihm plausible Gruppen. Zuerst schied er: 1. aktive Nazis und böswillige (gegen ihr besseres Wissen agierende) Mitläufer, 2. gutgläubige Mitläufer, 3. Indifferente und Hilflose, 4. bewusste Träger des inneren Widerstands

das sind ihm solche, "die gewisse Werte des deutschen Kulturlebens durch die Nazizeit zu retten" versuchen. Dann: komplizierte Einzelfälle wie die Rückkehrer Rudolf Forster, Ernst Glaeser. Während der Arbeit gibt es Umkategorisierungen

dann gehören zu den Sonderfällen auch Gründgens, Krauß, Furtwängler, Jannings, die Jüngers

und unter der neuen "Gruppe 2 Negativ" fasst er zusammen "Nazis, Anschmeißer, Nutznießer, Kreaturen". Sie reicht von Arnolt Bronnen, Hans Rehberg, Richard Billinger bis zu den Schauspielern Heinrich George, Fritz Genschow und Rene Stobrawa.

Da wird dann doch pauschal kategorisiert, man spürt, wie plötzlich Aversion in ihm hochquillt, Hass sich rührt, die minderen Gefühle ihn heimsuchen, die Sprache seiner Gegner sich einschleicht (zu Sigmund Graff: "Ein kleiner, inferiorer Mann, schon rein äußerlich minderwertig und unbedeutend ...").

Ähnliches im Fall Rehberg. Unter den Dramatikern, die vor und im "Dritten Reich" reüssierten, war Hans Rehberg der begabteste. Mit seiner shakespearisierenden, nicht verklärenden Sicht auf die preußischen Heroen in seinen Preußendramen im "Dritten Reich" hatte Rehberg seine politischen Schwierigkeiten