Was ist des Deutschen Heldenland? Hier leben der "Leimener" und der "Kerpener", die Leute, die Bunte und Bild bevölkern. Es sind fantastische Sportler oder einfach nur Menschen, die dafür berühmt sind, dass sie berühmt sind. Doch jenseits ihres genetischen Vorteils, finanziellen Erfolges oder ihrer ubiquitären Medienpräsenz haben sie mit Heldentum so viel zu tun wie Odysseus mit dem Kapitän einer modernen Mittelmeerfähre: nichts.

Ein Held muss "unerhörte Taten" vollbringen, mutig, ritterlich und selbstlos sein, opferbereit bis zum Tod. Seit vorigem Freitag hat Deutschland einen solchen Helden, der den real existierenden Mythos verkörpert.

Er heißt Rainer Heise und ist Lehrer am Gutenberg-Gymnasium. Er hat sich dem Killer in den Weg gestellt, ihm in die Augen geblickt. Er hat sein Leben aufgeboten, um das Leben von anderen zu retten. Er hat die "unerhörte Tat" vollbracht, vor der die allermeisten von uns sich weggeduckt hätten. Er hat allein gehandelt, wie es sich für einen richtigen Helden geziemt. Er hat, last but not least, den Ring des Banalen gesprengt, der so viele unserer "Helden" umschließt. Er sei unser Vorbild, Pardon, "Rollenmodell". Josef Joffe